Hechingen Villa-Förderverein baut Schulden ab

Die Aktiven-Riege des Fördervereins Villa Eugenia um den Vorsitzenden Joachim Wien (Vierter von links). Neu im Vorstandsgremium ist der Maler und Bildhauer Frieder Zimmermann (Zweiter von links) als 2. Vorsitzender.
Die Aktiven-Riege des Fördervereins Villa Eugenia um den Vorsitzenden Joachim Wien (Vierter von links). Neu im Vorstandsgremium ist der Maler und Bildhauer Frieder Zimmermann (Zweiter von links) als 2. Vorsitzender. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Hardy Kromer 30.06.2018
Bei den Machern des Kultur- und Tagungszentrums im Fürstengarten läuft’s rund. Frieder Zimmermann ist 2. Vorsitzender.

Wer hätte vor anderthalb Jahren darauf gewettet, dass der Förderverein Villa Eugenia den Umbruch derart gut meistern würde? Seinerzeit, als etliche Stützen des Vereins ihren Abschied ankündigten, als der Betreibervertrag mit der Stadt Hechingen auslief und seine Verlängerung in den Sternen stand?

Jetzt – diesen Eindruck gewann man als Besucher der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend – ist beinahe alles eitel Sonnenschein: Der Vorstand ist wieder komplett, die (freilich überschaubare) Riege der Aktiven voll motiviert, und der Schuldenabbau kommt voran.

Doch der Reihe nach: Nachdem Vorsitzender Joachim Wien die gut besuchte Versammlung eröffnet hatte, berichtete Angelika Kalchert über die künstlerischen Aktivitäten. „Wir möchten aus der kreativen Fülle der Region schöpfen“, betonte sie, „und heimischen Künstlern die Möglichkeit geben, in der Villa auszustellen.“ Die Ausstellungen würden gut besucht und seien zu einem festen Bestandteil der Hechinger Kulturlandschaft geworden.

Anteil am Erfolg der Ausstellungen, so betonte Angelika Kalchert, habe auch das Kaffee-und-Kuchen-Team, das die sonntäglichen Öffnungstage bewirtet. Um dieses hatte man sich im Verein große Sorgen gemacht, nachdem Gertrud Buckenmaier und Doris Strobel die Leitung abgegeben hatten. Doch jetzt konnte Joachim Wien von einer „glänzenden Übernahme“ durch Hannelore Schropp, Christel Eckenweiler-Koch und Marie-Luise („Use“) Lutz berichten. „Wir drei können’s miteinander“, stellte Hannelore Schropp fest und fügte unter aufbrandendem Applaus hinzu: „Wir machen’s noch ein Jahr!“

Joachim Wien erinnerte an einige weitere Glanzlichter im Jahreslauf, darunter die Klassik-Konzerte des Kulturvereins Villa Eugenia, das Helferfest, den höchst erfolgreichen Tanztee (den nächsten gibt’s am 28. Oktober!) und das jüngste Christof-Stählin-Gedenkkonzert („zwei Stunden ohne Einstreuung von englischen Vokabeln“).

Eine neue Reihe – als Ergänzung zur Klassik des Kulturvereins – wird jetzt Frieder Zimmermann einführen. „Sonntags Sounds nach sechs“ heißt sie und bringt Jazz, Rock, Pop und Grenzgebiete. Los geht’s am 29. Juli mit dem in Hechingen gut bekannten „Trio Cajon“. Am 16. September spielen die „Soul Shapes“ aus Leinfelden in der Villa und am 18. November die „Garage Grooves“, eine Session bekannter Studiomusiker. Die Flyer und Plakate entwirft der Tübinger Maler und Bildhauer mit Atelier in Dußlingen selbst. „Mir ist es wichtig, bildende Kunst und Musik zu verbinden“, erklärte Frieder Zimmermann, den die Versammlung zum neuen 2. Vorsitzenden des Fördervereins wählte – ein Amt, das bislang vakant war.

Vom „Ohrenkino“, das ein Stammpublikum von 30 bis 40 Leuten hat, berichtete Anita Maultzsch. Unter den nächsten Vorlesern werden Stadtrat Dirk Steinfort und Burgverwalterin Anja Hoppe sein.

Enorm wichtig für den Unterhalt des historischen Gebäudes ist dessen Vermietungen für Hochzeiten und andere Feste. Die Nachfrage wächst stetig. „Wir sind für 2019 schon fast ausgebucht“, stellte Joachim Wien erfreut fest. Souverän gemanagt wird dieser Sektor von Astrid Ege und Martina Wagner. Insgesamt verbuchte der Förderverein im vergangenen Jahr fast 58.000 Euro an Mieteinnahmen, was rund zwei Drittel der Gesamteinnahmen ausmacht.

Detailliert über die Finanzen des Vereins berichtete Schatzmeister Edmund Belser. Er vermeldete ein „hervorragendes Jahresergebnis“. Der Überschuss betrug rund 20 500 Euro – noch einmal 5000 Euro mehr als im Jahr davor. „Eine tolle Sache, dass es bei uns so gut läuft“, stellte Belser fest.

Und weil es so gut läuft, kommt auch der Schuldenabbau kontinuierlich voran. Dank Sondertilgungen ist es 2017 gelungen, den Schuldenstand auf 77 800 Euro zu verringern. Vereinschef Wien ordnete dies so ein: „Im Jahr 2010 hatten wir noch 350 000 Euro Schulden.“

Die Entlastung des Kassiers und des Gesamtvorstands erging jeweils einstimmig, begleitet von dickem Lob und Dank durch Bürgermeister-Stellvertreter Manfred König.

Ein wenig Sorgen bereitet allein die Mitgliederentwicklung. Jahr für Jahr werden es weniger. Mittlerweile ist man bei 202 angelangt. Die Mitglieder wurden aufgerufen, die Werbetrommel zu rühren. Und auch die Zahl der aktiven Helfer würde man gerne erhöhen. Insgesamt fiel Joachim Wiens Fazit aber rundum positiv aus: „Wir sind auf alle Fälle als Team erfolgreicher als die Fußballer.“

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