Hechingen Vier wollen Erster Beigeordneter werden

Hechingen / Von Hardy Kromer 09.06.2018
Dorothee Müllges und Dirk Steinfort wollen Erster Beigeordneter werden. Michael Dehner und Jürgen Rohleder sondieren.

Das Rennen ist eröffnet. Ausgeschrieben wird die Stelle des Ersten Beigeordneten der Stadt Hechingen zwar erst am kommenden Freitag, 15. Juni. Doch die ersten Kandidatinnen und Kandidaten laufen sich schon warm, haben sich bereits bei zwei Gemeinderatsfraktionen (CDU und SPD) vorgestellt und bei den Stadträten, die am 25. Juli über die Philipp-Hahn-Nachfolge entscheiden, ihre Ambitionen kundgetan. Zwei Hüte liegen bereits im Ring, zwei weitere Bewerber sind auf dem Sprung.

Die Erste, die ihre Kandidatur auf Anfrage der HZ öffentlich bestätigt hat, ist Dorothee Müllges. Die 56-Jährige leitet seit zwei Jahren das größte Dezernat im Balinger Landratsamt. Als Sozial- und Rechtsdezernentin ist die Juristin für das Jugendamt, das Sozialamt und das Rechts- und Ordnungsamt im Zollernalbkreis sowie für das Balinger Jobcenter zuständig. Dorothee Müllges ist Chefin von 220 Mitarbeitern. Bevor die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder von Landrat Günther-Martin Pauli zur Nachfolgerin des langjährigen Sozialdezernenten Eberhard Wiget berufen wurde, hatte sie acht Jahre lang als Bauamtsleiterin im Zollernalbkreis gearbeitet.

Pauli drückt die Daumen

Ihre berufliche Laufbahn hatte Dorothee Müllges als Rechtsanwältin in Reutlingen begonnen. 1991 wurde sie Amtsleiterin im Rechts- und Ordnungsamt des Landratsamtes Zollernalbkreis. Nach der Rückkehr aus der Erziehungszeit wechselte sie 1996 ins Regierungspräsidium nach Tübingen, wo sie nacheinander stellvertretende Referatsleiterin für Baurecht, Verkehr und Wasserwirtschaft war. „Ich denke, es spricht für mich, dass ich 27 Jahre Verwaltungserfahrung mitbringe und schon in den meisten Fachbereichen von kommunalen Behörden tätig war“, sagt die Kandidatin über sich.

Auf den meisten Stationen ihres bisherigen Werdegangs, so sagt Müllges, sei sie als Rechtsaufsicht tätig gewesen. „Jetzt würde ich gerne die Seiten wechseln und mehr Gestaltungsmöglichkeiten in meiner Arbeit bekommen wollen.“ Die Frau, die seit zehn Jahren im Balinger Stadtteil Heselwangen wohnt, ist überzeugt, dass in Hechingen, „wo es jetzt mit Bürgermeister Hahn einen Neuanfang gegeben hat“, ein guter Zeitpunkt besteht, um solche Ambitionen umzusetzen.

Und was hält Landrat Günther-Martin Pauli davon, dass eine seiner profiliertesten Mitarbeiterinnen den Absprung sucht? „Ich habe den Landrat informiert“, sagt Dorothee Müllges. Pauli habe gesagt, es werde schwierig, schnell einen Nachfolger zu finden. „Aber der Landrat steht hinter meiner Bewerbung und freut sich, dass ich mich entschlossen habe, noch einmal etwas Neues zu wagen.“

Gleich wenn die Stelle ausgeschrieben wird, will die Juristin ihre Bewerbung offiziell machen – und dann beginne für sie „eine aufregende Zeit“. Dorothee Müllges ist gespannt auf das Kandidatenfeld, sieht sich aber „mit meiner Qualifikation und meiner Erfahrung für das Amt der Ersten Beigeordneten gut aufgestellt“. Im Falle ihrer Wahl durch den Gemeinderat würde sie „so schnell wie möglich in Hechingen beginnen wollen“. Gleich nach der Sommerpause, meint sie, „wäre ein guter Zeitpunkt“.

Dass der profilierten Bewerberin aus Balingen gute Chancen eingeräumt werden, die Hahn-Nachfolge im Hechinger Rathaus anzutreten, ließen gegenüber der HZ schon mehrere Stadträte durchblicken, die bei Dorothee Müllges’ Vorstellung dabei waren. Ihr Trumpf könnte sein, dass sie „von außen“ kommt.

Steinfort bekennt sich

Als externer Bewerber versteht sich auch Dr. Dirk Steinfort. Der Hechinger Stadtrat (Bunte Liste). hatte sich am Donnerstagabend geoutet, als er bei der Wahlvorbereitung vom Ratstisch abgerückt war. Am Freitag bestätigte er ohne Umschweife: „Ja, ich werde mich bewerben.“ Wenn man noch einmal den Beruf wechseln wolle, dann jetzt, mit 52, sagt Steinfort, der im Landkreis Böblingen die Katholische Erwachsenenbildung leitet und lange Jahre in der Rottenburger Diözesanverwaltung tätig war. Mit diesen Verwaltungserfahrungen sieht er sich gerüstet.

Von innen kommen dagegen zwei Männer, die in den vergangenen Tagen ebenfalls Sondierungsgespräche geführt haben. Beide kommen in der Hechinger Rathaus-Hierarchie gleich nach dem Bürgermeister und dem Beigeordneten: Michael Dehner, der Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, und Jürgen Rohleder, der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Dehner bestätigte auf HZ-Anfrage, er trage sich mit dem Gedanken einer Bewerbung, zumal das Anforderungsprofil gut passen würde. Rohleder hält sich dagegen noch bedeckt. Er wollte eine Kandidatur „weder bestätigen noch dementieren“.

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Wochen bleiben noch Zeit, auf das Kandidatenkarussell aufzuspringen. Die Bewerbungsfrist endet am 6. Juli. Der Gemeinderat wählt die oder den Beigeordnete/n am 25. Juli.

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