Wer macht weiter und wer nicht? Diese Frage stellte der Bietenhausener Ortsvorsteher Josef Pfister am Montagabend in der Sitzung des Ort-­schaftsrats. Drei Gremiumsmitglieder signalisierten dabei, dass sie ans Aufhören denken.

Siegbert Albus, der sogar Stellvertreter von Josef Pfister ist, hört nach zehn Jahren Ortschafts-­ratstätigkeit auf. „Zwei Perioden reichen“, begründete er. Er sei kommunalpolitisch gesättigt. Auch Lisa Eberhard und Matthias Albus machen bei der Kommunalwahl 2019 Platz für neue Kandidaten. Lisa Eberhard wird demnächst beruflich noch stärker eingebunden sein und hat daher keine Zeit mehr für den Ortschaftsrat. Matthias Albus wird umziehen und möchte nicht nur wegen der vier Monate, die ihm im erneuten Amt nach dem 26. Mai noch verbleiben würden, kandidieren.

„Das bedeutet für uns, dass wir wieder gleichwertige Ortschaftsräte suchen“, resümierte Ortsvorsteher Josef Pfister. Leider scheide mit Lisa Eberhard auch eine Frau aus dem Gremium aus, bedauerte er. In der laufenden Legislaturperiode hatten Eberhard und Isabella Bilger eine weibliche Sicht auf die Themen eingebracht. Diese breite Streuung findet Josef Pfister gut und würde diese auch gern beibehalten.

„Ich mache es noch mal mit“, verkündete indes Josef Pfister. Er lässt sich gemeinsam mit Isabella Bilger, Roland Strie und Hans Schmid für die nächste Legislaturperiode erneut aufstellen. Die Mehrheit des Gremiums stellt sich somit zur Wiederwahl. Gegebenenfalls – wenn dies dem Wunsch entspricht – würde Pfister auch für das Amt des Ortsvorstehers zur Verfügung stehen.

In den kommenden Wochen sind die Kommunalpolitiker nun mit der Ideensuche beschäftigt. Sie suchen jetzt Männer und Frauen, die sich gern tatkräftig in der Gemeinde engagieren und zur Wahl am 26. Mai aufstellen lassen möchten. Die Vorschläge werden bei der nächsten Ortschaftsratssitzung eingesammelt.

Es gibt diesmal auch eine kommunalrechtliche Neuerung: So werden mehr Leute gesucht als sonst, denn es gibt zwei Listen ohne Begrenzungen von sieben Kandidaten. Pro Liste sind bis zu 14 Personen möglich. Die potenziellen Kandidaten sollen dann eingeladen werden, damit sie sich austauschen und informieren können. Wann genau das sein wird, ist aber noch nicht bekannt.

Gemeinderätinnen sind immer noch rar


In Baden-Württemberg gibt es immer noch 26 Gemeinderäte, in denen keine Frau vertreten ist. Bei den Wahlen 2014 belief sich der Anteil an Gemeinderätinnen auf 23,9 Prozent. Gewählt wurden 14 264 Männer und lediglich 4 490 Frauen.