Hechingen/Haigerloch Vielschichtige Skulpturen mit Leim und Kettensäge

Ingrid Hartliebs Werkstatt in Haigerloch-Stetten kann am Samstag besucht werden. Die Künstlerin steht für Gespräche zur Verfügung.
Ingrid Hartliebs Werkstatt in Haigerloch-Stetten kann am Samstag besucht werden. Die Künstlerin steht für Gespräche zur Verfügung. © Foto: Kunstverein Hechingen
Hechingen/Haigerloch / SWP 21.06.2018

In diesem Jahr möchte der Kunstverein Hechingen eine länger unterbrochene Tradition wieder aufleben lassen und in unregelmäßigen Abständen Atelierbesuche bei seinen künstlerischen Mitgliedern anbieten.

Den Auftakt zu dieser Reihe macht die international renommierte Künstlerin Ingrid Hartlieb: Am kommenden Samstag, 23. Juni, um 15 Uhr, lädt sie nach Haigerloch-Stetten ein, wo sie sich seit 1992 eine großräumige Werkhalle als Atelier eingerichtet hat.

Ingrid Hartlieb wurde 1944 in Reichenberg, Tschechien, geboren. Von 1972 bis 1975 studierte sie Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Rudolf Hoflehner. Seit Ende der 70er-Jahre präsentiert sie ihre zeichnerischen und bildhauerischen Arbeiten in Museen und Galerien im In- und Ausland und erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen. Seit 1991 ist sie Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Ausgangspunkt ihrer überwiegend großformatigen Skulpturen aus Holz sind Zeichnungen, die sie meist mit schwarzer Ölkreide fertigt, „denn die Zeichnung ist der Idee am nächsten“, so die Künstlerin.

Für ihre bildhauerischen Arbeiten verwendet sie heimische Holzarten, mit Vorliebe Rest- und Fundstücke, wie Baumscheiben, Kanthölzer und Balken, die sie in unterschiedlichen Stärken verleimt und ihnen mit der Kettensäge ihre endgültige Form verleiht.

Die Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten bezieht sich allerdings nicht nur auf den Herstellungsprozess, sondern erlaubt zugleich mehrere Deutungsmöglichkeiten. So kann beispielsweise das Symbol eines umgedrehten „Rettungsrings“ auch als Kopf eines Enthaupteten gedeutet werden.

Bei der Bearbeitung ihrer Objekte lässt die Künstlerin bewusst die Spuren ihres Arbeitsprozesses stehen und verweist mit dieser „Handschriftlichkeit“ der Oberfläche auf eigene Emotionen.

So beschreibt sie ihre Bildwerke als „Form gewordene Reflexionen über die Welt, Chiffren menschlicher Existenz“ und gibt ihnen Titel wie „Boje“, „Pendel“, „Kreisel“, „Nische“ oder „Rettungsringe“. Die Besucher sind an diesem Tag herzlich eingeladen, mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen.

Treffpunkt am Obertorplatz

Aufgrund der geringen Entfernung findet die Anfahrt mit Privatautos statt, wobei Mitnahmemöglichkeiten organisiert werden können. Anmeldungen an: Monika Bühr unter Telefon 07471/9 33 47 56. Die Teilnehmer treffen sich am Samstag, 23. Juni, um 14.30 Uhr am Obertorplatz. Wer unabhängig hinfahren möchte, erhält die Adresse bei der Anmeldung.

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