Viel zu entdecken gab es am Donnerstag im Hohenzollerischen Landesmuseum: 50 Grundschulkinder und acht behinderte Kinder der Lebenshilfe schauten sich dort im Beisein von 15 Aufsichtspersonen um. Das Motto der Ferienbetreuung der Verlässliche Grundschule Hechingen lautet „Sommer quer durch Hechingen“. „Im Sommer sind wir in der Hechinger Umgebung unterwegs, um den Kindern zu zeigen, was es hier gibt“, sagt Organisatorin Conny Schneider.

Märchenpfad erkundet

Am Montag ging es los. Bis Freitag, 6. September, werden die jungen Teilnehmer von 7.30 Uhr bis maximal 15.30 Uhr betreut und bekommen auch ein Mittagessen durch das Catering vom Glufamichel.

Die Kinder bemalten bereits T-Shirts, spielten Instrumente bei der Stadtkapelle, erkundeten den Märchenpfad und grillten beim Martinsberg. Natürlich konnten sie am Donnerstag in Museum nicht alles ergründen, denn David Hendel, Leiter des Hohenzollerischen Landesmuseums, konnte nicht alle Exponate zeigen. Aber manches erfuhren sie schon.

Fürstliche Hochzeitsparty

So erzählte David Hendel amüsant, wie Fürst Eitel Friedrich Fürst zu Hohenzollern-Hechingen 1598 die größte Hochzeitsparty in ganz Süddeutschland für seinen Sohn Johann Georg von Hohenzollern-Hechingen und dessen Braut Gräfin Franziska von Salm-Kyrburg veranstaltete. Eitel Fritz war danach fast pleite, und die adligen Gäste aus Basel, Karlsruhe und Bayern nahmen teilweise beschwerliche und langatmige Anfahrtswege auf sich. Aber das rauschende, siebentägige Fest mit 1000 Gästen und rund 1000 Einwohnern, die ebenfalls mitfeierten, machte Hechingen und den Fürsten berühmt. Und so war Friedrichs Ziel laut Hendel erreicht.

In zwei Gruppen waren die Kinder unterteilt. Die einen erlebte zunächst die Führung mit dem Museumschef, die anderen liefen mit Fragebögen durch die Räume, wie zum Beispiel Saskia aus Stetten. Die Achtjährige kam schon 2018 in den Genuss der Ferienbetreuung. Während sie dort vormittags und nachmittags versorgt ist, geht die Mama arbeiten. Am besten fand Saskia bisher den Besuch auf dem Märchenpfad, wobei die Kinder – in dem Fall zu sechst – eine menschliche Pyramide bauen mussten. „Es hat kurz geklappt – dann sind wir alle umgefallen“, erzählt sie. Das Grillen auf dem Martinsberg hat der Achtjährigen sehr gut gefallen.

Inklusion klapppt perfekt

Conny Schneider ist auch erfreut über den Umgang miteinander. Die Integration der behinderten Kinder der Lebenshilfe funktioniere hervorragend. Behutsam werden die anderen  über deren Einschränkung bisher aufgeklärt, und so gab es noch kein Problem. Das Programm für den Freitag sieht einen Besuch beim Stadtpfarrer Michael Knaus vor, der die Kinder in der Hechinger Stiftskirche empfängt. Die Besuche beim DRK, bei der Kläranlage und dem Amtsgericht stehen noch an. Zudem wird auf dem Lindich gegrillt.

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