Hechingen/Schlatt Verkehrsminister hält Züge im Killertal nicht für überfüllt

Ein Wagen für viele Schüler: Zu Stoßzeiten bleibt es in den HzL-Zügen im Killertal eng. Foto: Samira Eisele
Ein Wagen für viele Schüler: Zu Stoßzeiten bleibt es in den HzL-Zügen im Killertal eng. Foto: Samira Eisele
Hechingen/Schlatt / HARDY KROMER 20.03.2014
Überfüllte HzL-Züge im Killertal? Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat zählen lassen und hält das Problem für nicht so dramatisch. Jetzt hakt Annette Widmann-Mauz (CDU) im Sinne der Bahnpendler nach.

"Handlungsbedarf, Herr Minister!" hatte die HZ Anfang Februar kommentiert, nachdem sie über das Problem des Platzmangels in manchen Pendlerzügen der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) im Killertal berichtet hatte. Winfried Hermann, Verkehrsminister und HzL-Aufsichtsratsvorsitzender, wollte sich das nicht zweimal sagen lassen und ließ gleich in der darauffolgenden Woche die Fahrgäste zählen.

Sein Ergebnis: Morgens kurz vor 7 Uhr killertalabwärts (wo nur noch zwei statt früher drei Wagen den Zug bilden) werde die maximale Anzahl an Plätzen im Zug an keinem Tag erreicht; und mittags kurz nach 13 Uhr talaufwärts (wo nur noch ein Waggon eingesetzt wird) habe es freitags einen "deutlichen Engpass" gegeben, der aber durch den Einsatz eines zeitgleich fahrenden Busses nach Schlatt schnell behoben worden sei.

Winfried Hermanns Schlussfolgerung: Die "aus wirtschaftlichen Gründen" erfolgte Reduzierung der Wagen könne "zwar den Reisekomfort mindern, weil möglich nicht mehr jeder Fahrgast einen Sitzplatz erhält."

Allerdings bewerte er "die Zugbesetzung keineswegs als so kritisch wie von der Presse vielfach dargestellt". Über den freitags eingesetzten Verstärkerbus nach Schlatt hinaus sieht der Verkehrsminister keinen Handlungsbedarf.

Hermann schreibt dies in einem Brief an die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU), die sich anlässlich von Bürgerbeschwerden über die sich häufenden Kapazitätsengpässe in den Hzl-Zügen im Killertal an den Stuttgarter Verkehrsminister gewandt hatte. Hermann ist für die Verkehrsbestellung der Regionalbahnleistungen zuständig.

Hermanns abschließende Einschätzung, "dass die Menschen entlang des Killertals auch zukünftig gerne und oft das SPNV- und Bus-Angebot der HzL nutzen werden", teilt Widmann-Mauz nicht uneingeschränkt. Die Rückmeldungen des Schlatter Ortschaftsrates zur täglichen Pendlersituation berichteten "das ganze Gegenteil", so Widmann-Mauz. Sie betont: "Besonders Schülerinnen und Schüler haben es seit der Fahrplanänderung weiterhin schwer, einen zumutbaren Stehplatz zu finden. Hier geht es nicht um Komfort, sondern um die Gewährleistung akzeptabler Transportbedingungen."

Und die CDU-Bundestagsabgeordnete erklärt weiter: "Im Gegensatz zu Verkehrsminister Hermann empfinden viele Bürgerinnen und Bürger im Killertal die bestehende Fahrplangestaltung als spürbare Einschränkung ihrer Mobilität." Ihr, so Widmann-Mauz, sei "wichtig, dass die Hintergründe und Ursachen offen diskutiert und transparent gemacht werden".

Sie freue sich daher sehr, dass sich die Betriebsleitung der Hohenzollerischen Landesbahn zu einem Gespräch mit dem Ortschaftsrat Schlatt bereit erklärt habe, um die unterschiedlichen Wahrnehmungen über den Streckenbetrieb zu diskutieren. "Den Dialog werden wir so bald wie möglich auf den Weg bringen."

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