Hechingen In der Tübinger Straße wird nachgebessert

Die Haarnadelkurve der Tübinger Straße lässt dem Hechinger Bauausschuss keine Ruhe: Im jüngsten Plan ist in der Innenkurve kein Gehweg vorgesehen. Nun soll doch wieder einer hin. Ansonsten gilt das Prinzip: Der Verkehr soll fließen, aber nicht rasen.
Die Haarnadelkurve der Tübinger Straße lässt dem Hechinger Bauausschuss keine Ruhe: Im jüngsten Plan ist in der Innenkurve kein Gehweg vorgesehen. Nun soll doch wieder einer hin. Ansonsten gilt das Prinzip: Der Verkehr soll fließen, aber nicht rasen. © Foto: privat
Hechingen / Ernst Klett 18.05.2018
Die Neugestaltung der Tübinger Straße geht erneut in die Verlängerung: Der Gemeinderat will beim Gehweg nachbessern.

Beim Thema Straßen legt sich  der Hechinger Gemeinderat immer ganz besonders ins Zeug.  Und bei der Tübinger Straße, der zukünftigen Innenstadtanbindung fürs neue Wohngebiet auf der Killberg-Hochfläche, macht der Bauausschuss gern noch eine Schippe drauf. Ergebnis: Die Vorstellung der überarbeiteten Entwurfsplanung endete nicht mit einem Beschluss, sondern mit Nachbesserungen. Der geplante Baubeginn für die überfällige Sanierung und Neugestaltung im Frühjahr wird davon aber nicht tangiert, versicherte der Erste Beigeordnete Philipp Hahn.

Der Knackpunkt ist für viele Stadträte weiterhin die Haarnadelkurve. Dort sieht der neue Entwurf der Planungsgruppe Kölz den Gehweg nur an der Außenseite vor. Für Verkehrsplaner Andreas Weber ist das logisch: Bei einem Gehweg an der Innenseite überqueren die Leute die Straße unter höchsten Gefahren, weil sie von Autofahrern viel zu spät erkannt werden. Almut Petersen (Bunte Liste) war aber  gar nicht glücklich und plädierte für Gehwege an beiden Seiten der Straße. Rolf Ege (Freie Wähler) legte nach: So, wie die Menschheit gestrickt ist, wird an der Innenkurve der Grünstreifen zum Gehweg gemacht, und die Leute überqueren die Straße halt doch unter Gefahren. Muss man aber auch einen Innenkurvengehweg absperren mit einer hohen Barriere? Auf Wunsch des Bauausschusses und der Stadt gehen die Verkehrsplaner nun halt „nochmal ran“ (Philipp Hahn).

Der Verkehr soll fließen

Mit dem großen Rest der Neugestaltung war das Gremium, zumindest dessen Mehrheit, einverstanden. Umgesetzt wurden diese Vorgaben: Verkehrsfluss aufrecht erhalten, Fußgänger schützen und Gestaltung aufwerten. Bei Letzterem kann man angesichts des aktuellen Zustands der Tübinger Straße eigentlich nichts falsch machen. Die Fußgänger bekommen auf jeder Straßenseite (von der Haarnadelkurve abgesehen, aber wohl bald nicht mehr) beidseitige Gehwege – die bislang komplett Fehlanzeige sind. Einen Hindernisslauf soll es für Autofahrer nicht geben. Denn der Verkehr soll fließen, und der Lärm durch Bremsen und Anfahren wird bewusst vermieden. Die Straße ist mit sechs bis sechseinhalb Metern Breite (Kurve: sieben) so angelegt, dass sich auch der Stadtbus und ein Auto begegnen können, ohne das einer von beiden anhalten muss.

Von oben herab wird mit zwei Engstellen, die aber immer noch 4,75 Meter breit sind, potenziellen Rasern signalisiert, dass sie langsam tun sollen. Zwei weitere Engstellen gibt es im Kurvenbereich, damit die Fußgänger leichter überqueren können. Es wird komplett Tempo 30 angeordnet, und deshalb braucht es keinen separaten Radfahrerstreifen.

Nachgerüstet wurde mit dem jüngsten Entwurf bei den Parkplätzen. Von 38 steigt deren Zahl auf knapp 60. Außerhalb der Stellplätze darf zukünftig nicht geparkt werden. Mit der geplanten Breite der Parkbuchten haderte Stefan Löffler (Freie Wähler): Zwei Meter seien zu wenig, schließlich würden die Autos immer breiter. Das bejahte sein Sitznachbar, ein SUV-Fahrer. Im nächsten Entwurf sollen die Parkplätze nun auf Kosten der Grünstreifen zwischen ihnen und dem Gehweg um 20 Zentimer wachsen.

Unterführung nicht vergessen

Die Engstellen kritiserte Lutz Beck (CDU), der ähnlich gefährliche Slalomfahrten wie in der Ermelesstraße befürchtet. Roger Braun (SPD) konterte: Es sei nicht sinnvoll, den Autos den Vorrang zu geben, schließlich handle es sich um eine Wohnstraße. Becks Vorschlag, die schweren Lastwagen von der Tübinger Straße auszuschließen, wurde in die Planung aufgenommen. Schwierig scheint es mit einem Park-&-Ride-Platz zu werden auf der Freifläche zwischen der Tübinger Straße und dem Bahnhof. Das Gelände, so bedauerte Philipp Hahn, wolle die Bahn nicht verkaufen. Eine Unter- oder Überführung zum Bahnhof fürs zukünftige Wohngebiet Killberg bleibt aber auf der Liste.

Erddeponie hält noch knapp sechs Jahre

Restlaufzeit Die Tage der Hechinger Erddeponie zwischen Killberg und L 410 sind gezählt: Wenn die Anlieferungen im bisherigen Ausmaß weitergehen, sind die noch freien 214 000 Kubikmeter in knapp sechs Jahren aufgefüllt.

Nachfolge Im Betriebsausschuss kam ein weiteres Mal die Frage nach der Nachfolge. Eine Antwort gab es allerdings keine. In einer früheren Sitzung hatte die Stadt daran erinnert, dass der Landkreis für die Entsorgung zuständig ist.

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