Hechingen Verbindende Werte sind wichtig

Professor Jürgen Wertheimer referierte beim Fastenbrechen in der Villa Eugenia über "wahre Werte".
Professor Jürgen Wertheimer referierte beim Fastenbrechen in der Villa Eugenia über "wahre Werte". © Foto: Dietmar Wieder
Hechingen / DIETMAR WIEDER 14.07.2015
Einander kennenlernen und verstehen - das stand im Mittelpunkt des Fastenbrechens, das das Bildungszentrum Hohenzollern in der Villa feierte.

Weltweit verzichten Muslime während des Fastenmonats Ramadan tagsüber auf Essen und Getränke. In der Villa Eugenia wurde das Fastenbrechen am Freitag nach Einbruch der Dunkelheit in festlichem Rahmen begangen. Mit den Mitgliedern des Bildungszentrums feierte eine Reihe von Ehrengästen, begrüßt wurden sie vom Vorsitzenden Davud Sarmusak. Sein besonderer Gruß galt Jürgen Wertheimer, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Universität Tübingen, sowie dem Geschäftsführer der Gesellschaft für Dialog Baden-Württemberg, Burak Alpertonga. Wie letzterer erklärte, habe es sich die Gesellschaft nicht nur zur Aufgabe gemacht, den interkulturellen und interreligiösen Dialog zu fördern. Auch aktuelle gesellschaftspolitische Bereiche hätten hohe Priorität. Wichtig seien verbindende Werte wie Chancengleichheit und Religionsfreiheit.

Über "wahre Werte" referierte Professor Wertheimer, der an der Uni Tübingen gemeinsam mit Kollegen das Forschungsprojekt "Wertewelten" ins Leben gerufen hat. Werte - das seien zunächst nur Wörter und damit Schall und Rauch, plädierte der Referent für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Erst durch das Wahrnehmen, Erkennen und Orten der Differenz der kulturellen Systeme sei es möglich, zu einem Dialogmodell zu finden, in dem Widerspruch frei und respektvoll geübt werden könne.

Über kulturelle Werte sprechen, Verbindendes und Trennendes herausfinden - dass dies in der Praxis ein probates Mittel ist, um den jeweils anderen besser zu verstehen, kristallisierte sich auch in der folgenden Fragerunde heraus.

Raum, um ins Gespräch zu kommen, bot das Abendessen, bei dem das Bildungszentrum allerlei Köstlichkeiten servierten. Neben Datteln, mit denen das Fastenbrechen traditionell eröffnet wird, wurden als Hauptspeise unter anderem Sultan kebabi (Blätterteig mit Fleischfüllung) und das türkische Nationalgericht Taze fasulye (grüne Bohnen in Olivenöl) aufgetischt.