Hechingen Verbindende Kunst

SAMIRA EISELE 21.05.2015
Sich mal richtig einsauen, kreativ austoben und dabei Inklusion leben: Schüler der 7a der Realschule und der Hauptstufe 3 und Berufsstufe 4 der Weiherschule haben gestern gemeinsame Kunstwerke präsentiert.
 

Den Action-Paintern sieht man ihre Arbeitsgruppe direkt an: Farbkleckse auf T-Shirts, Latzhosen und sogar im Gesicht verraten, dass die zwölf Schüler sich ihrer Aufgabe mehr als ausgiebig gewidmet haben. "Man wird dreckig und kann sich mal richtig einsauen." So erklären Antonio Colicchio und Stefanie Heidt, was ihnen an der Kunst à la Jackson Pollock so dermaßen viel Spaß macht.

Farbe wird dynamisch getropft, geschüttet oder grob gemalt und soll den Gefühlen des Künstlers Ausdruck verleihen. Die Action-Painter sind ein Teil des gemeinsamen Kunstprojekts von Real- und Weiherschülern. Zwei weitere Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Bildern nach Paul Klee, die sie mit keinen Steinen, Sand und Farbpigmenten gestalteten, und mit Holzdrucken. Gestern präsentierten sie ihre Werke in der Weiherschule.

Schulleiter Wolfram Göhner begrüßte die Gäste der Vernissage mit einer interaktiven Rede. "Kunst ist staubig" schlug er vor - "Nein!" schallte es aus den Reihen der jungen Künstler zurück. "Kunst probiert was Neues" hingegen wurde mit "Ja!" und "Genau!" quittiert.

Die, die gemeinsam etwas neues ausprobierten, waren Schüler der Klasse 7a der Realschule und der Hauptstufe 3 und der Berufsstufe 4 der Weiherschule: im Projekt "Begegnung mit Farbe". "Gelebte Inklusion", lobte der Förderverein der Realschule. Die Schüler stellten ihre Arbeitsweise und die Künstler, an denen sie sich orientierten hatten, in Gruppen vor. Drei Schüler hatten eine Präsentation vorbereitet, in der sie Bilder der vergangenen zweieinhalb Tage zeigten. Das Gemeinschaftsprojekt hatte am Montag begonnen.

Zur feierlichen Präsentation der farbenfrohen und ausdrucksstarken Werke gehörte auch ein Auftritt der Weiherschul-Band mit "Über sieben Brücken musst du geh'n". Eine weitere Gruppe klatschte, sang und tanzte mit bunten Tüchern ein Stück über "Fantasie in Bildern - Träume auf Papier".

"Richtig begeistert von den Bildern" zeigte sich Realschul-Konrektorin Christine Fischer. Farbige Holzdrucke, die noch die Struktur der Werkstoffs erahnen lassen, reihten sich auf einer durch den Raum gespannten Leine auf. Am Fenster zeigte sich bei genauem Hinsehen deutlich, was die Gruppe "Sand und Pigmente" geschaffen hatte: Die an Paul Klees "Senecio" orientierten Bilder zeigten mit kleinen Steinchen, Sand und den pulverförmigen Pigmenten nicht nur Farbe und ein geometrisch gestaltetes Gesicht, sondern auch Strukturen. Sie entstanden in Zweiergruppen, erklärt Schülerin Dorotina Ibrahimi aus der 7a. Je ein Real- und ein Weiherschüler arbeiteten zusammen: "Wir haben viel gelacht."

Die größten und knalligsten Bilder waren in der Action-Painting-Gruppe entstanden. Sie wurden von den Vernissage-Besuchern fast ebenso begeistert betrachtet, wie sie von den Künstlern präsentiert wurden.

Die einzigen, die nicht ganz so begeistert von der aktionsreichen Malkunst waren, seien die Hausmeister, munkelte man.