Frank Brecht, der kommissarische Kommandant der Gesamtstadtwehr, ist schon sehr lange dabei und ein äußerst erfahrener Feuerwehrmann. Auf seine Einschätzung von Katastrophenlagen kann man zählen. Fürs jüngste Unwetter gibt Brecht den Kommentar „heftiger Einsatz“.

Keine Verletzten

Der Montagabend war zwar weit entfernt vom Beinahe-Weltuntergang im Juni 2008, aber ebenfalls sehr folgenreich. Das Wichtigste: es wurde niemand verletzt! Der Sachschaden jedoch war teilweise durchaus bedeutend, vor allem im privaten Bereich. 
Die Feuerwehr hat annähernd 50 Einsatzstellen gezählt. Gut 100 Feuerwehrleute waren draußen, um zu helfen. Ebenfalls mit dabei war das komplette Hechinger THW.

Vor allem Hagelschäden

Auffallend war beim Unwetter am Montagabend, dass es vor allem der Hagel war, der für Schäden gesorgt hat. Und das sehr punktuell: In Boll, in Stetten und in Beuren, teilweise auch in der Kernstadt, gingen Dächer und Dachfenster zu Bruch. Das war so folgenreich, dass in Beuren die Drehleiter der Feuerwehr Burladingen aushelfen musste, um Dächer abzudichten. Droben im kleinesten Stadtteil dürfte kein Gebäude unbeschädigt geblieben sein, schätzt Frank Brecht. Weitere Überlandhilfe leistete die Feuerwehr Bisingen mit ihrer Drehleiter.

Der Damm hält

Keller sind ebenfalls vollgelaufen. Und das von der Hechinger Straße in Stetten den Reichenbach und die Starzel entlang bis zur Friedrichstraße. Wichtig: Das breit angelegte Hechinger Hochwasserschutzkonzept hat sehr wohl gegriffen. Insbesondere der Damm zwischen Boll und Stetten habe gute Arbeit geleistet, unterstreicht die Stadt.
Allerdings hat die Strategie gegen Überflutungen weiterhin eine eklatante Lücke, und die hat am Montagabend böse Folgen gehabt: Aus Richtung Heiligkreuz wurde ein weiteres Mal der Ziegelbach geflutet. Der führt vom Friedhof zwischen Hechingen und Stetten zum Reichenbach; die Mündung  ist in der Hechinger Straße des Stadtteils beim Stettener Jugendhaus. Aus dem Wasserläufle ist angesichts der Sturmfluten, die vom Himmel kamen, ein reißender Fluss geworden. Und das hat der Reichenbach nicht verschafft: Die Hechinger Straße war überflutet, von ihr war praktisch nichts mehr zu sehen. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in den Dienstagvormittag an. Und angesichts der Wetterprognose ließ der städtische Betriebshof die Absperrungen gleich an Ort und Stelle.

Umstrittenes Konzept

Wenn’s wieder heftig kommt, wird es wieder der Ziegelbach sein. Denn zwischen Ziegelbacher Hof und Friedhof gibt es noch immer keinen kompletten Hochwasserschutz. Die Stadt schiebt die Schuld dafür weit von sich: Die Konzeption ist fix und fertig, aber es gibt erneut Einwände dagegen, unter anderem vom Landesnaturschutzverband. Und darüber hat das Landratsamt Zollernalbkreis im Rahmen der Wasserrechtlichen Genehmigung zu befinden. Man sei startklar, und die Finanzierung zum großen Teil gesichert, hat die Stadt Hechingen auf Anfrage wissen lassen. Stand der Dinge ist, dass nun die Stadt gegenüber dem Landratsamt Stellung beziehen muss. Das werden man unmittelbar tun, wurde betont.

Wohin mit dem Becken?

Umstritten ist unter anderem die Frage, ob es überhaupt ein Rückhaltebecken bräuchte, und wenn ja, dessen Standort. Dem Landesnaturschutzverband, der ebenfalls für den Nabu Hechingen spricht, geht es unter anderem auch um den Schutz des Auenwaldes.

Der neue Fußweg zur Burg ist komplett hinüber

Erste Bilanz Neben den zahlreichen Schäden durch Hagelschlag hat das jüngste Unwetter auch in öffentlichen Einrichtungen seine Spuren hinterlassen. 
Hinweg! Voll umfänglich verschwunden wegen der Wasserfluten am Zollerberg ist der neue Fußweg, den die Stadt Hechingen erst im vergangenen Jahre an der Burgzufahrt hat anlegen lassen. Der Pfad entlang der Straße bis zum Parkplatz war mit Hackschnitzeln befestigt. Die sind nun alle weggeschwemmt. Der sichere Fußweg soll aber wieder gerichtet werden, versichert die Stadt Hechingen.
Ein Stück Straße Neu gemacht werden müssen etwa 50 Quadratmeter des Sträßles „Gewand“ in Stetten. Das zweigt beim Jugendzentrum von der Hechinger Straße ab. Eben dort geht der Ziegelbach unterirdisch in den Reichenbach. Die Fahrbahn hat es regelrecht angehoben. kle