Sylvia Kotting-Uhl sitzt für die Grünen in der Endlagersuchkommission und kennt die Probleme des vor genau fünf Jahren havarierten Atommeilers in Fukushima aus eigener Anschauung. Während die Ingenieure in Japan versuchen, die geschmolzenen Brennstäbe zu sichern und dabei nach wie vor große Mengen an Radioaktivität ins Meer eingeleitet werden, entwickeln Ingenieure in Hechingen interessante Alternativen, die sich die Atomexpertin zeigen ließ. Diese seien zwingend notwendig, um sowohl den Ausstieg aus der Kernenergie als auch aus der klimaschädliche Kohleverstromung zu meistern.

Kotting-Uhl kam in Begleitung von Erwin Feucht, dem grünen Landtagskandidaten des Wahlkreis 63, und war beeindruckt von dem ganzheitlichen Konzept des Sonnenhauses in Boll. Nicht nur Klimaschutz durch alternative Energien und ressourcenschonende Baumaterialen wurden beim Projekt großgeschrieben. Auch Wohnqualität und Ästhetik kommen bei den in Hechingen entwickelten Sonnenhäusern nicht zu kurz, wie sich die Abgeordnete überzeugen konnte. Sowohl das Einfamilien-Sonnenhaus in Boll als auch das im Bau befindliche Mehrfamilien-Sonnenhaus in Stetten setzen auf Barrierefreiheit und hohen Wohnkomfort, ohne bei der Ökologie Abstriche zu machen. Die im Haus benötigte Energie würde zu weit über der Hälfte auf dem Dach und an der Gebäudefassade aus der Sonne gewonnen. Ein Zwischenspeicher mache die Energie auch nachts verfügbar, erläuterte Frank Schelling von der Firma S&H.