Bodelshausen / SPA  Uhr
Einen Blick in die Zukunft wagte die Gemeinde Bodelshausen - und ließ sich über die Bedeutung des demografischen Wandels aufklären.

Erich Stutzer, Leiter der Familienforschungsstelle beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, referierte vor den Bodelshausener Gemeinderäten über den demografischen Wandel und seine Bedeutung für die Gemeinde.

Die Bevölkerungsstruktur wird sich in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland erheblich verändern. Davon ist auch die Gemeinde Bodelshausen betroffen. Rückläufige Geburtenzahlen und eine ansteigende Lebenserwartung kennzeichnen den demografischen Wandel. Die Gesellschaft steht vor einer Schrumpfung der Bevölkerung und einer Überalterung.

Diese Veränderungen werden alle Lebensbereiche der Gemeinde betreffen: die Kinderkrippen, die Kindergärten, die Schule, die Vereine, den Wohnungsmarkt, das Betreute Wohnen, die Altenpflegeeinrichtungen, den Friedhof. . .

Das Thema "demografische Entwicklung" war in Bodelshausen schon bisher immer wieder Gegenstand von Erörterungen und Diskussionen, zuletzt beim Baugebiet "Oberwiesen", beim Neubau der Kinderkrippe, bei der Schulentwicklung und der Entwicklungsplanung für den Friedhof.

Erich Stutzer bezeichnete den demografischen Wandel als eine "Herausforderung für die Kommunen". Er zeigte insbesondere Statistiken über die demografische Zeitenwende auf, nach der es seit dem Jahr 2000 mehr ältere als jüngere Menschen in Baden-Württemberg gibt. Besonders interessant waren die Zahlen über die rückläufige Entwicklung der Zahl der Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg bis 2030 und der zu erwartende steile Anstieg der Zahl der Menschen, die 85 Jahre und älter sind. Besonders stark werde sich dieser Wandel auf die Zukunft der Dörfer auswirken.

In derselben Sitzung ging es auch gleich ans "Eingemachte". Das Neubaugebiet "Oberwiesen" soll bezahlbare Bauplätze für junge Familien bringen, existiert bislang aber nur auf dem Reißbrett. Partnerin der Gemeinde ist die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. Mit ihr wird nochmals über die Dichte der Bebauung verhandelt. Mitte November dürften neue Informationen zum Verfahren vorliegen. Auf ein Energiekonzeptes für das Baugebiet wird ganz verzichtet.

Zum Thema demografischer Wandel passte auch die Bauvergaben für den Anbau einer vierten Krippengruppe an das Kinderhaus Birkenweg. Die Aufträge gingen an die Firmen: Wahl, Burladingen (Rohbau, 53 752 Euro); Gekeler, St. Johann (Holzbau, 96 282 Euro), Rückert, Gosheim (Dachabdichtung, 32 675 Euro), Gutbrod, Bodelshausen (Glaserarbeiten, 34 726 Euro), Greiner, Bodelshausen (Flaschnerarbeiten, 8186 Euro) und Postweiler, Ammerbuch, (Gerüstarbeiten, 2847 Euro). Das Baurechtsamt fordert zwischen dem Altgebäude und dem neuem Gebäude einen getrennten Brandabschnitt. Damit entfällt der geplante Lichthof.