Hechingen Lumpen träumen von Prinzling-Reisen

Hechingen / Sabine Hegele 13.02.2018
Als am Lumpenmontag Frau Hölle ihre Kissen über Hechingen ausschüttelte, fanden Prinzling-Reisen reißenden Absatz.

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schneeschauer und verlumpte Gestalten, so weit das Auge reicht. Wer wünscht sich da nicht ans Meer, an schneeweiße Strände, wer träumt da nicht von blutroten Sonnenuntergängen, einem Champagnerglas in der Hand und der Liebsten beziehungsweise den Liebsten im Arm.

All diese Wünsche wahr zu machen versprach am Lumpenmontag Prinzling-Reisen. Wo’s denn bevorzugt hingehen sollte, wurde die dankbare Kundschaft gefragt, und – wenn man denn wählen dürfte – mit wem? Die oft gehörte, nicht unbedingt überraschende Antwort, die die Prinzling-Lumpen aber doch nicht auf dem Plan hatten: mit ’m Dorle. Ja, es scheint, als hätten die Hechinger den Abschied von ihrer ­Bürgermeisterin doch noch nicht so ganz verarbeitet.

Häufig lagen die Reiseanbieter aber auch richtig: Mit den weiblichen Bediensteten der Stadt Hechingen und natürlich mit den Fecker-Mädels Pe und Sandy ­würden viele Zollernstädter ebenso gerne gen Süden reisen. Oder vielleicht doch lieber ins „Separee“ der Gaststätte „Ochsen“, in die Mercedes-Benz-Arena oder nach Upflamör? Na, ja – die Vorlieben sind halt verschieden. Einig waren sich die Reiselustigen indes bei der Wahl ihrer Fluggesellschaft: mit Dödel-Airlines sollte es schon sein. Nicht nur, weil Dödel der geilste Pilot ist, den es gibt. Sondern weil Schlappi dessen bester Co-Pilot ist – und dazu noch die heißesten Witze kennt.

Ein weiteres Anliegen der Prinzling-Lumpen: Mit welchem Slogan sollte Hechingen im nächsten Jahr auf der Touristikmesse CMT für sich werben? Mit „Hechingen, die Gesundheitsstadt. Hier gehört das Zentral­klinikum hin!“ Oder etwa mit „Hechingen, da geht nix – Hauptsache dagegen“? Dann doch lieber mit „Hechingen, die Fasnetsstadt – Lumpen an die Macht!“ ­Jawohl!!!

Doch zurück auf Anfang. In den Lumpenmontag gestartet war das Fasnetsvolk morgens mit dem Lumpenschminken der Zoller-Hexen, danach ging’s in die Zunftstube der Narrhalla zum traditionellen Kuttelessen. Nachmittags, als dann prompt der Winter Einzug hielt, kam das Lumpengeschehen auf den Straßen der Stadt nur langsam in Fahrt. Wer motorisiert und mit einem Dach überm Kopf unterwegs war, verkroch sich unter selbigem, andere suchten in den Wirtschaften Schutz vor Frau Holle und Väterchen Frost.

Aus allen Löchern krochen sie dann aber wieder pünktlich zum Massenkonzert der Hechinger Fasnetsmusikanten vorm ­Rathaus. Jedes Jahr wieder ein musikalisches Spektakel, dem man sich als überzeugter Narr einfach nicht entziehen kann. Schade nur, dass an diesem Dienstag, nach dem großen Umzug und dem abendlichen Verbrennen des Pestmännles schon wieder alles vorbei ist. Noch aber bleiben den Hästrägern ein paar Stunden – und die wollen gut genutzt sein!