Wir wollen das Holz keinem schlechten Markt hinterherwerfen, informierte Forstdirektor Hermann Schmidt den Grosselfinger Gemeinderat am Mittwochabend – und leitete damit über auf das nächstjährige Forstwirtschaftsjahr, in dem er mit einem negativen Ergebnis kalkuliert. Denn: „Wir werden 2020 zunächst nur Brennholz für den Gebrauch in Grosselfingen einschlagen“, sagte Schmidt und formulierte die Hoffnung, „dass die Gemeinde die paar Euro aus dem Wald nicht braucht“. Massiv eingebrochen seien die Preise zuletzt ob der riesigen Flächen an Käferholz. Rückblickend gab Hermann Schmidt das Betriebsergebnis für 2018 mit einem Plus von knapp 20 000 Euro an – angekündigt hatte er damals einen Gewinn von lediglich 10 000 Euro. Im laufenden Jahr indes rechnet der Forstdirektor bereits mit einem „negativen Ergebnis“.

Vielfalt und Jugend des Waldes

 Lobende Worte fand Schmidt für die „Vielfalt und Jugend“ des Grosselfinger Waldes – „da sind wir auf einem guten Weg“. Ergänzend ging er mit Bürgermeister Franz Josef Möller überein, dass „ein nasser, kalter Winter“ jetzt gut wäre. Mit Blick auf die nicht zu erwartenden Erlöse gab sich Möller gelassen: „Wir können auch eine Durststrecke durchstehen.“

Den Erläuterungen zum Betriebsplan für das nächste Jahr vorangegangen war die Vorstellung der Forsteinrichtung für die nächsten zehn Jahre durch Andreas Kaphegyi vom Regierungspräsidium Freiburg. Er ließ den Gemeinderat wissen, dass für den Grosselfinger Wald eine neue Revierkarte erstellt worden sei, auf der die neue Planung fuße. Die Holzbodenfläche bezifferte der Mann vom Forst auf 166,4 Hektar. Geplant sei, die Fichtenbestände zu reduzieren, und dafür mehr standortgerechte Bäume zu etablieren. Dafür gut geeignet sei die Eiche, und auch die Tanne sei eine „wichtige Baumart“, die „hier sehr gut angepasst ist“.

Die Douglasie als Nadelholzalternative

Ein großer Teil des Waldes, 78 Hektar, sei als Bodenschutzwald kartiert, 52 Hektar als Erholungswald. Den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien entsprechen 25 Hektar der Waldfläche, Waldbiotope erstrecken sich auf drei Hektar. Langfristig geplant ist,

den Anteil an Nadelbäumen von aktuell 54 auf 46 Prozent zu reduzieren und im Gegenzug den Anteil an Laubbäumen von jetzt 46 auf zukünftig 54 Prozent anzuheben. Als Nadelholzalternative aufgeforstet werden soll die Douglasie.

„Die Esche stirbt grad weg“

Wissen ließ Andreas Kaphegyi ferner, dass im Grosselfinger Gemeindewald jährlich 7,6 Erntefestmeter nachwachsen. Dafür „stirbt uns grad die Esche weg“ – durch Pilzbefall. Weitere Gründe für Waldschäden: Verbiss, Trockenheit, Käfer und Sturm. Dessen ungeachtet wächst auf 14 Hektar eine neue Waldgeneration heran: zu 29 Prozent Tannen, zu 36 Prozent Fichten, zu 28 Prozent Buchen.

In der Rückschau bezifferte der Fachmann aus dem Regierungspräsidium den Vollzug in den Jahren 2009 bis 2018 auf insgesamt 13360 Erntefestmeter. Geplant waren zunächst nur 9000, doch wurde der Hiebsatz zwischenzeitlich noch auf 12 000 Erntefestmeter aufgestockt. Mit sehr stattlichen 44 Prozent gab Kaphegyi die zufällige Nutzung an. Erfreulich dagegen beziehungsweise „sehr respektabel“ fiel das betriebswirtschaftliche Ergebnis aus: nämlich mit einem Plus von 13 700 Euro jährlich.

Die Jungbestände „fit“ machen

Mit einem Hiebsatz von 7080 Erntefestmetern deutlich unter dem letzten Zehn-Jahres-Plan liegt die Kalkulation für die Jahre 2019 bis 2028. Vorrangiges Ziel sei es, die Jungbestände „fit“ zu machen, weitere Mischbaumarten anzusiedeln und einen Vorratsaufbau anzustoßen.

Der Nutzungsschwerpunkt im Grosselfinger Wald soll in den nächsten zehn Jahren auf die Pflege und die Durchforstung gelegt werden.

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