Hechingen Stunde der Wildunfälle

Hechingen / SWP 27.10.2014
Der Landesjagdverband warnt: Die Zeitumstellung bringt Autofahrer und Wildtiere häufiger zusammen - Unfälle sind oft die tragische Folge.

Feierabend, schnell ins Auto und ab nach Hause - plötzlich steht ein Reh auf der Fahrbahn. Kann man da auf herbstnasser Straße noch bremsen?

Der Landesjagdverband rät: "Besser als eine unliebsame Überraschung ist vorausschauendes Fahren." Dazu gehört das Wissen, wann sich Reh, Wildschwein & Co. am häufigsten von ihren Tagesverstecken zur Futtersuche aufmachen: im vermeintlichen Schutz der Dämmerung. Und die fällt nach der Umstellung auf Winterzeit wieder mit dem Feierabendverkehr zusammen. Besonders gefährlich sind Übergangsbereiche zwischen Wald und Feld sowie die Nähe von Obstwiesen.

Über 4000 gefährdete Straßenkilometer in Baden-Württemberg haben Jäger bereits auf eigene Kosten mit Warnreflektoren bestückt. Auf diesen Strecken ist die Zahl der Wildunfälle durchschnittlich um zwei Drittel zurückgegangen. Ein Restrisiko bleibt - wer diese Reflektoren entdeckt, hat keinen Freibrief zum Rasen. Bereits bei Tempo 60 hat ein zierliches Reh ein Aufprallgewicht von 800 Kilogramm; ein ausgewachsenes Wildschwein schlägt schon mit 3,5 Tonnen ein. Je höher die Geschwindigkeit, desto länger der Bremsweg und desto größer die Zerstörung und Verletzungsgefahr beim Zusammenprall.

Wie verhält man sich, wenn ein Tier auf der Fahrbahn auftaucht? Ausweichmanöver unbedingt vermeiden; sie enden meist folgenschwerer als ein Zusammenstoß. Abblenden, hupen und - wenn es der nachfolgende Verkehr erlaubt - bremsen. Notfalls gilt es abzuwägen, was folgenschwerer wäre: das Überfahren eines Wildtiers oder ein Auffahrunfall? Deshalb sollte jeder beim Fahren auf ausreichenden Abstand achten. Sollte es zum Wildunfall kommen, sind Polizei und Jagdpächter zu verständigen - und zwar nicht nur, wenn ein Schaden am Auto festgestellt wird. Auch kleinere Tiere wie Fuchs und Hase haben ein Recht darauf, schnellstmöglich von ihren Leiden erlöst zu werden. Wenn ein angefahrenes Tier wegläuft, sollte die Unfallstelle markiert werden. Von dort aus sucht der Jäger nach dem Tier. Nie sollte man sich einem angefahrenen Tier nähern; es wird zu fliehen versuchen und erleidet zusätzliche Qualen.

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