Hechingen Stiftskirche bröckelt völlig ungeplant

Die gute Nachricht zur Hechinger St.-Jakobus-Kirche: Es ist mächtig vorangegangen, und deshalb ist der Turm nun auch zu großen Teilen ohne Gerüst. Weniger gut: Unerwartet müssen jetzt auch noch bröckelnde Steine an der Fassade zum Kirchplatz hin ausgetauscht werden.
Die gute Nachricht zur Hechinger St.-Jakobus-Kirche: Es ist mächtig vorangegangen, und deshalb ist der Turm nun auch zu großen Teilen ohne Gerüst. Weniger gut: Unerwartet müssen jetzt auch noch bröckelnde Steine an der Fassade zum Kirchplatz hin ausgetauscht werden. © Foto: Ernst Klett
Hechingen / Ernst Klett 06.09.2018
Kaum wird das Gerüst am oberen Teil des Turms abgebaut, wird ersichtlich, dass die Stiftskirche weiter unten bröckeln.

Die Stiftskirche St. Jakobus und der stattliche Denkmalschutz, dazwischen passt kein Blatt. Beide sind sich innig verbunden. Das drückt sich ganz lapidar in deutlich mehr als einer Handvoll Euros aus: Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg gibt beachtliche 100 000 Euro für die insgesamt 2,36 Millionen Euro schwere Turmsanierung. Parallel zu dieser finanziellen Unterstützung gibt es die ideelle: Die Denkmalstiftung hat die Hechinger Stiftskirche bereits im Dezember zum sogenannten „Denkmal des Monats“ gekürt und widmet ihr nun erneut eine ausführliche Öffentlichkeitswerbung: In der jüngsten Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift für Denkmalpflege Baden-Württemberg wird das katholische Gotteshaus der Zollernstadt zweiseitig gewürdigt in der Beilage „Bürger retten Denkmale“.

Das nicht von ungefähr: Als bemerkenswert charakterisiert wird, dass der im September gegründete und äußert erfolgreich agierende Förderverein Stiftskirche Hechingen sehr wohl überkonfessionell zusammengesetzt ist. Originalzitat: „So beteiligen sich auch protestantische Hechinger an den Reparaturmaßnahmen für das Stadtdenkmal“.

Just in diesen Tagen, als sich nach einer unendlich langen Zeit das Gerüst samt Verhüllung von großen Teilen des sanierten Kirchturms gelöst hat, ist nun entdeckt worden, dass man noch etwas weitermachen muss: Steine unterhalb des Turms an der Kirchenseite zum Gemeindehaus hin bröckeln und müssen ausgetauscht werden.

Offene Türen in der ganzen Stadt

Viele machen mit Die Resonanz auf den landesweiten Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag, 9. September, ist in der Gesamtstadt Hechingen groß wie immer. Zu alten Bekannten gesellen sich neue Teilnehmer. So steht der Fürstengarten im Brennpunkt, und in Stetten wird eine Ausstellung eröffnet. Der Überblick:

Evangelische Johanneskirche Geöffnet ist in der Zollernstraße nach dem morgendlichen Gottesdienst bis 17 Uhr.  Führungen in der Kirche gibt es nach Bedarf – und Mittagessen! Serviert werden Eintopf Pichelsteiner Art sowie Kaffee und Kuchen.

Fürstengarten Die Stadt Hechingen lädt um 11 Uhr mit Treffpunkt an der Villa Eugenia ein zur Führung durch die historische Parkanlage mit Albrecht Schaal, Landschaftsarchitekt und Verfasser des Pflegekonzeptes für den Fürstengarten.

Stiftskirche St. Jakobus Die katholische Kirchengemeinde Hechingen öffnet die Tür zur Fürstengruft. Die hat aber einen separaten Eingang an der Kapfgasse her! In den kleinen Kellerraum gelangt man von 9 bis 17 Uhr.

Villa Eugenia Der Förderverein hat wie fast jeden Sonntag das Gebäude geöffnet von 14 bis 17 Uhr. Führungen gibt es bis 15.30 Uhr nach Bedarf – und den ganzen Nachmittag über den legendären Kaffee und Kuchen.

Maria Zell Die Wallfahrtskirche oberhalb von Boll wird ebenfalls von einem Förderverein gehegt und gepflegt, und der hat am Sonntag geöffnet von 10 bis 17 Uhr. Um 11 Uhr ist eine Führung zum Thema „Sanierung Glockenturm“ mit Dipl.-Ing. Hans Jürgen Bleyer. Ab 14 Uhr gibt es Führungen durch Vereinsmitglieder. Darüber hinaus ist eine Sonderausstellung zu sehen mit Bildern von Boll und Umgebung des Grosselfinger Malers Otto Seifert.

Friedhofskirche Schlatt Im Killertal-Stadtteil lädt der Förderverein ein von 9 bis 18 Uhr. Um 15.30 Uhr ist eine Führung mit Manfred Oks, zum Ausklang folgt um 17 Uhr eine Andacht.

Pfarrkirche St.Dionysius Schlatt zum Zweiten, auch die markante Kirche an der Ortsdurchfahrt steht offen, und zwar von 9 bis 18 Uhr. Manfred Oks macht um 13 Uhr eine Führung.

Klosterkirche In Stetten ist geöffnet von 9 bis bis 17 Uhr. Der Förderverein zeigt  von 11 bis 19 Uhr eine Ausstellung von Grafiken und Plastiken des Bildhauers Manfred Welzel (1926-2018) im Klostergarten und im Johannessaal. Ab 11.30 Uhr wird Mittagstisch (Maultaschen) serviert, ab 13 Uhr Kaffee und Kuchen. Um 13.30 und 15.30 Uhr gibt es Führungen  mit Joachim Stegmeier. Um 14 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung mit einer Einführung durch Cordula Welzel.

Die Ausgrabungen sind nicht dabei

Gestrichen In der landesweiten Übersicht für Termine beim Tag des offenen Denkmals findet sich für Hechingen eine Eintragung, die inzwischen perdu ist: die archäologischen Grabungen in der Altstadt. Konkret geht es um die Grundstücke, welche die EJL-Gruppe neu bebauen will, in der Kaufhausstraße und direkt angrenzend in der Rabenstraße. Dort hat die Firma Archaeo wie berichtet Voruntersuchungen gemacht – die eine Neubebauung nicht verhindern.

Spätes Mittelalter Diese sogenannten Sondagen sollen Reste der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bebauung Hechingens sichern. Um 11 und um 14 Uhr hätte es Führungen geben sollen. Die tauchen in der aktuellen Übersicht der Stadt (rechts auf dieser Seite) aber nicht mehr auf. Im Rathaus grummelt man etwas bei der Erklärung dafür. Archaeo spricht von einem Missverständnis: Man habe die Führungen mit EJL abgesprochen, aber die Firma habe die Stadt nicht wie erwartet informiert. kle

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