Bietenhausen Stiefels Krimi: spannend bis zur letzten Zeile

Sein druckfrisches Werk präsentierte Stiefel beim Vorleseabend im Diasporahaus.
Sein druckfrisches Werk präsentierte Stiefel beim Vorleseabend im Diasporahaus. © Foto: ks
Bietenhausen / ks 02.07.2018

Gerd Stiefel ist im Ländle gerade sozusagen auf „Tournee“, um seinen zweiten  Kriminalroman vorzustellen. Aus „Via Bologna – Ein Toter in Hohenzollern“, so lautet der Titel des 348-seitigen Buches, las der Autor am Freitagabend im Festzelt des Diasporahauses Bietenhausen vor fast 60 Leuten spannende und teils elektrisierende Passagen. Die Zuhörer kamen  aus Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Böblingen. Der Autorenabend bildete gleichzeitig den Auftakt zum Sommerfest des Diasporahauses.

In dem Roman mit familiären und vor allem authentischen Bezügen begleiten das Haus Hohenzollern, Könige, Fürsten und Päpste die Geschichte. Es klingt komisch, ist aber wahr, denn über Stiefels historische Familiengeschichte lastet im 19. Jahrhundert ein dunkles Kapitel mit gleich zwei Morden. Beide Taten ereigneten sich im hohenzollerischen Hermannsdorf. Zwischen ihnen liegt eine Zeitspanne von 50 Jahren. In seinem ersten Buch „Stiefels Stein“, vor etwa drei Jahren im Handel erschienen, beschreibt Gerd Stiefel den Mordfall an seinem Urgroßvater Friedrich Stiefel, der am 6. September 1893 auf dem Heimweg von Hermannsdorf zu seinem Hof auf der „Kuche“ umgebracht wurde. Der Schreiber legte nach: In seinem zweiten, jetzt aktuell herausgebrachten Buch „Via Bologna – Ein Toter in Hohenzollern“ beleuchtet der 59-Jährige, der im Hauptberuf Chef der Schutzpolizei in Konstanz ist, den Tod seines Urururgroßvaters Johannes, dessen Leiche am 31. Januar 1843 am Edelberg bei Hermannsdorf gefunden wurde.

Der Bauer wurde auf brutale Weise mit einem Deichselnagel erschlagen. Der Mörder, der Knecht Jakob Egle, auch der „Lang‘ Rote“ genannt, ergriff prompt die Flucht. „Hier habe ich der Fantasie viel Raum gelassen“, sagte Stiefel den Zuhörern. Im Buch gibt es eine Karte, die den Fluchtweg nach Bologna zeigt, wo der aus Burgfelden stammende Egle der päpstlichen Militärgarde unter einem anderem Namen diente. 

Autor Gerd Stiefel ist in Bietenhausen kein Unbekannter, seine Ur-Großmutter Karoline Stiefel hatte 1895 den Grundstein für das heutige Diasporahaus gelegt. Der Vorplatz trägt seit drei Jahren ihren Namen. 1894 war die Witwe mit ihren neun Kindern in den Rangendinger Teilort gezogen.

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