Burg Hohenzollern Sternschnuppennächte auf dem Zoller mit bezaubernder Lichtshow

Burg Hohenzollern / CAROLA LENSKI 13.08.2012
Auf Sternschnuppen warten und sich zu sphärischen Klängen von tanzenden Lichtbildnissen an den Burgmauern verzaubern lassen, das konnte man in der Freitag- und Samstagnacht auf der Burg Hohenzollern.

Jeden Sommer um diese Zeit bietet ein Sternschnuppenregen, der Perseidenstrom, am Himmel ein fantastisches Naturschauspiel. Und von wo aus könnte man die Meteore aus dem Sternbild des Perseus, die zwischen dem 10. und 12. August das nächtliche Firmament mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erhellen, besser beobachten als von der 855 Meter hoch gelegenen Burg Hohenzollern? Zum dritten Mal bot die Zollernburg Himmelsguckern, Träumern, Frischverliebten und Nachtschwärmern mit ihren "Sternschnuppen-Nächten" die Möglichkeit, dieses fantastische Naturspektakel von der exponierten Lage des Zollerbergs aus zu beobachten. Und noch nie kamen so viele Besucher wie dieses Mal, schließlich war der Nachthimmel auch noch nie so frei von störenden Wolken wie bei dieser dritten Auflage.

Als die Abenddämmerung hereinbrach, startete die Lichtshow. Während die Besucher am klaren Nachthimmel über den Türmen und Burgzinnen nach Sternschnuppen sowie Feuerkugeln und Boliden, den ganz großen Sternschnuppen, Ausschau hielten, konnten sie im Ambiente des bestuhlten Burghofes bei sphärischen Klängen die Sterne an den alten Burgmauern tanzen sehen.

Monde, Linien, Kreise und Lichtströme huschten an den Mauern der Burg entlang, berauschende Farben flossen ineinander. Lichtkünstler Uwe Sessler aus Albstadt projizierte Fraktale - unregelmäßig, sich wiederholende Gebilde - an die Burgwände. Seine eigens für die Burg entworfenen Lichtkunstwerke zeigten die Silhouette Friedrichs des Großen gleich mehrfach überlebensgroß an den Festungswänden. Zitate des Preußenkönigs, der vor 300 Jahren geboren wurde, bewegten sich leuchtend über den Köpfen des Publikums.

Sphärische Klänge drangen aus dem märchenhaft kleinen Garten zwischen den Burggängen, der erhellt war von verschieden großen Lichtkegeln, ans Ohr der zahlreichen Burgbesucher.

In einer weiteren eindrucksvollen Inszenierung schickte die Ofterdinger Firma LPS-Lasersysteme am Freitag gestochen scharfe, feine Laserstrahlen in den Nachthimmel, die bis Bisingen zu sehen waren.

An der Cocktailbar und am Pizzastand im Burghof, im Kiosk im illuminierten Burggarten und an der Sektbar im Kutschenhof gab es leckere Drinks, Sekt und Snacks. Im Grafensaal las die aus Funk und Film bekannte Sprecherin Dagmar Kötting heitere und klassische Gedichte und Geschichten von Heinz Erhardt über Ludwig Uhland bis Goethe vor, die per Lautsprecher auch in den Burghof übertragen wurden. Ohne Führung konnte man durch die Schau- und Prunkräume der Burg flanieren. Kristallmagier Ruven Nagel, in mystisches Schwarz gekleidet, mischte sich mit beeindruckenden Kunststücken und Kurzaufführungen unters Volk.

Zu vorgerückter Stunde faszinierte und verzauberte der Gauklerkönig im Grafensaal mit seiner Zauberkunst. Vor den Augen seiner großen und kleinen Zuschauer verbogen sich Gabeln scheinbar mit Gedankenkraft. Als Highlight seiner zauberhaften Show präsentierte der Zauberkünstler, der Mitglied des Magischen Zirkels ist, die Magie der Kristallkugeln. Bis zu acht im Scheinwerferlicht glänzende, kristallene Kugeln ließ der Magier, auch mit verbundenen Augen - der Schwerkraft zum Trotze, allein durch Körperbeherrschung - frei über seine Hände und Arme rollen. Das Publikum war begeistert.

Am glücklichsten verließen indes all diejenigen die Burg, die tatsächlich eine Sternschnuppe gesehen - und sich rechtzeitig etwas gewünscht - hatten.

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