Hechingen / Andrea Spatzal Das Hechinger Familienunternehmen Sternenbäck ergänzt sein operatives Management. Ziel ist „positives Wachstum“.

Es gibt Veränderungen in der Geschäftsführung des Familienunternehmens Sternenbäck. Wie bisher ist Gerhard Bumüller jun. Geschäftsführer. Mitglieder der Eigentümerfamilie Bumüller bilden weiterhin den Beirat.

Jedoch bestätigte das Hechinger Unternehmen auf Anfrage, dass das Management zusätzliche Rückenstärkung bekommen hat. „Wir haben uns operative Unterstützung für die Geschäftsleitung ins Unternehmen geholt, um weiterhin positiv wachsen zu können, erklärte Albert Bumüller jun. Weitere Details werden nicht mitgeteilt.

Mitarbeiter und Kunden verfolgen kleinste Veränderungen in der Sternenbäck GmbH mit großer Aufmerksamkeit, seitdem das Unternehmen im August 2017 über die Filialen in Erfurt Insolvenz anmelden musste. Betroffen waren über 40 Bäckereifilialen und zirka 280 Mitarbeiter. Sternenbäck hatte das große Filialnetz in Thürigen ein Jahr zuvor von der Firma Elmi übernommen. Die Hechinger Sternenbäcker trafen bei ihren ehrgeizigen Expansionsplänen in Deutschlands Osten auf einen extrem hart umkämpften Markt, in den zunehmend Discounter mit Billigware eindringen. Die Sanierung der Thüringer Filialen fand 2017 in einem sogenannten Eigenverwaltungsverfahren  statt. Das heißt, dass die Geschäftsführung der Sternenbäck Erfurt unverändert im Amt und voll handlungsfähig blieb, in dem Sanierungsverfahren jedoch von einem sachverständigen Rechtsanwalt als Generalbevollmächtigter unterstützt wurde.

Die Sternenbäck GmbH gilt als Industriebetrieb und ist kein Innungsmitglied innerhalb der Kreishandwerkerschaft Zollern­alb. Aber auf Anfrage der HZ schätzt der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung, Jochen Holweger, die „externe Unterstützung“, die sich das Hechinger Unternehmen ins Haus geholt hat, als unbedenklich ein. Besorgniserregende Entwicklungen in dem Unternehmen mit über 250-jähriger Tradition seien ihm nicht bekannt. Es sei auch nicht ungewöhnlich, einen externen Berater hinzuzuziehen, um die Betriebsstrukturen überprüfen zu lassen, eventuelle Schwachstellen aufzudecken, Stärken herauszuarbeiten, um Potenziale besser nutzen zu können, und alle Kostenfaktoren unter die Lupe zu nehmen. „Der eigenen Firma gegenüber ist man ja oft betriebsblind. Da kann einem ein Blick von außen bei vielem auf die Sprünge helfen“, sagt Holweger.

Sternenbäck wurde 1766 gegründet und wird heute in 9. Generation geführt. Das Unternehmen unterhält über 260 Bäckereifilialen, teils mit angeschlossenem Café, in den fünf Bundesländern Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie drei moderne zentrale Produktionsanlagen, die allesamt Brot- und Feinbackwaren sowie Konditoreiwaren fertigen. Über 1800 Mitarbeiter sind bei Sternenbäck beschäftigt.