Sickingen Stein der Weisen für Rathauschefin

Geschenke über Geschenke überreichte Ortsvorsteher Gerhard Henzler der neuen Rathauschefin Dorothea Bachmann.
Geschenke über Geschenke überreichte Ortsvorsteher Gerhard Henzler der neuen Rathauschefin Dorothea Bachmann.
SWP 26.01.2012
Den Stein der Weisen (gefunden vorm Rathaus), einen Schlehenlikör, frisches Holzofenbrot und Wurstspezialitäten - all das gab es an Gastgeschenken aus Sickingen für Bürgermeisterin Bachmann.

Bei ihrem ersten Besuch des Sickinger Ortschaftsrates wurde Bürgermeisterin Dorothea Bachmann von Ortsvorsteher Gerhard Henzler mit Geschenken überhäuft. Und von den Ratsmitgliedern, deren Herzen die neue Hechinger Rathauschefin im Sturm eroberte, mehr als herzlich empfangen.

Gerhard Henzler überraschte Dorothea Bachmann mit drei Willkommensgeschenken. "Erfahrene Männer wissen", sagte er schmunzelnd, "dass sie einer Frau mit einem Stein eine große Freude bereiten können." Er zitierte als Beweis die amerikanische Filmschauspielerin Marilyn Monroe: "Diamonds are a girls best friend". Doch Henzler überreichte der Verwaltungschefin keinen Diamanten, sondern einen Stein, den er vor dem Rathaus ausgesucht hatte. Sie möge ihn als den Stein der Weisen betrachten. Er sei von hoher Symbolkraft. Und sei im Gegensatz zu einem Diamant von Gewicht. Henzler wörtlich: "Wir wünschen uns von Ihnen, dass Ihre Worte, Ihre persönliche Meinung und Ihre Entscheidungen immer von großem Gewicht sein mögen. Betrachten Sie seinen Schliff. Durch den Verlauf der Geschichte hat er diese Form, diese Struktur und Konsistenz erhalten. Wir wünschen uns von Ihnen, dass Sie das, was die Geschichte in einem längeren Prozess geschaffen hat, nicht mutwillig verändern oder gar zerstören. Beachten Sie die Härte des Steins, die feste Zusammengehörigkeit der Materie vom innersten Kern bis zum Rand. Wir wünschen uns von Ihnen, dass die feste Verbindung von Sickingen und Hechingen von keiner Seite aufspaltet wird. Er würde sich nur die Zähne ausbeißen." Zur Symbolsprache gehöre auch die Ambivalenz, das Nebeneinander von Gegensätzlichem, fuhr Gerhard Henzler fort. "Ein Stein hat kein Gefühl und keinen Geist. Deshalb wünschen wir Ihnen diese Eigenschaften um Gottes Willen nicht. Sie würden nur Ihr Herz austrocknen, Sie erstarren lassen, Sie versteinern."

Deshalb übergab der Ortsvorsteher Dorothea Bachmann noch ein zweites Willkommensgeschenk, eine Flasche Schlehenlikör, nach alten alemannischen Rezepten hergestellt aus dem Hause von Adam Bock. "Er möge Sie wärmen und Ihren Geist beflügeln."

Und weil man von einem Stein auch nicht satt werde, gab es noch weitere Geschenke, verbunden mit dem Hinweis: "Jahrhundertelang waren die freien Flächen von Sickingen, Stein und Bechtoldsweiler die Kornkammer von Hechingen. Unsere Bauern ernährten die Hechinger. Das ist bis heute, aber in anderer Form, so geblieben. Auf den Weizenfeldern von einst stehen heute Gewerbe- und Industriebetriebe, in denen die Menschen ihr tägliches Brot verdienen. Hier hat sich auch eine bedeutende Lebensmittelindustrie entfaltet." Vor diesem Hintergrund überreichte Henzler ein frisches Holzofenbrot und zwei Sickinger Wurstspezialitäten. Sie sollen der Bürgermeisterin Kraft und Stärke geben.