Was bisher in Balingen noch eine kaum einsehbar Grünflächen ist, soll in naher Zukunft Heimat für viele Menschen sein. Zwischen Heinzlenstraße, der Straße im Roßnägele und dem ehemaligen Strasserareal plant die Stadt ein neues Wohnquartier. Ein kleiner Streifen des Strasserareals ist nun Teil des überplanten Gebiets.

Grundsätzlich gelte für das neue Quartier: „Grunderwerb ist Voraussetzung“. Dies erklärte Balingens Baudezernent Michael Wagner in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Mittwoch. Bisher sind die unerschlossenen Flächen „uferbegleitende, private Grünflächen“, wie Wagner formulierte.

Dafür, dass die Balinger und vor allem ihre Gartenschaugäste den Blick auf das Zollernschloss und den Wasserturm von der gegenüberliegenden Uferseite genießen können, soll ein Fuß- und Radweg sorgen, der entlang der Eyach die Stingstraße mit der Heinzlenstraße verbindet.

Einen Weg, der zwischen den Häusern hindurch vom Roßnägele zum neugestalteten Ufer führt, soll es indes nicht geben. „Das war eine Bedingung der Eigentümer, die eine gewisse Privatsphäre aufrecht erhalten wollen“, erklärte Wagner auf die Frage von Dr. Dietmar Foth, FDP. Er hoffe indes, räumte der Baudezernent ein, dass sich im Lauf der Zeit von ganz alleine eine „Durchwegung“ etabliere.

Und obwohl neue Häuser entstehen, soll der Blick nicht verbaut werden. „Wir haben bewusst auf langgezogene Gebäude verzichtet und stellen uns eine punktuelle Bebauung Baufenster von 16 auf 16 Metern vor“, so Wagner. Die Häuser sollen drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss bekommen, das auf Uferseite einrückt. Geparkt werden soll in Tiefgaragen.

Vier Häuser sollen noch vor der Gartenschau entstehen, insgesamt bietet das überplante Areal Platz für bis zu elf Gebäude. Die Planer schätzen, dass 60 bis 70 Wohn- und Geschäftseinheiten Raum finden. Vier der neuen Häuser mit insgesamt 28 Wohnungen baut die Balinger Wohnbau.

Zwei bestehende Häuser verschwinden für immer aus dem Stadtbild: Im Roßnägele 8 und 10 sollen bald dem Abrissbagger zum Opfer fallen.

Die Mitglieder des Technischen Ausschusses billigten den Bebauungsplan einstimmig. Kommende Woche wird er auch Thema im Gemeinderat sein.