Im Zeichen des Kleeblatts steht der Hechinger Stadtverkehr seit vielen, vielen Jahren. Die Busse auf den Linien 301 und 302 drehen jeweils drei Schleifen. Die Mitte, wo sie sich treffen, ist der Obertorplatz. Der Bahnhof wird nur von einer der drei Schleifen erreicht. „Zug­anschluss gibt’s da nur per Zufall“, sagte Nahverkehrsplaner Hartmut Jaißle am Donnerstagabend im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates.

Das Kleeblatt ist welk geworden

Als Kritik war das nicht gemeint. Anno dazumal, so räumte der Experte ein, sei das System mit drei Schleifen, die sich im Taktverkehr treffen, „richtig innovativ“ gewesen. Doch inzwischen ist das Kleeblatt welk geworden. Denn heute fahren die Züge am Bahnhof in einem klaren Takt, die Regionalbusse ebenfalls. Da sei es nur folgerichtig, dass auch der Stadtverkehr so überarbeitet wird, dass er klar auf den Bahnhof und auf die Zuganschlüsse ausgerichtet ist.

Zwei neue Schleifen entworfen

Hartmut Jaißle von der Nahverkehrsberatung Südwest aus Unterlenningen hat das im Auftrag der Stadt Hechingen getan und einen Entwurf vorgelegt, der bei den Stadträten einhellige Zustimmung fand. Künftig soll es – Kleeblatt adieu – zwei neue Schleifen geben.
Schleife 1 führt von den Lotzen­äckern über den Bahnhof zum Obertorplatz und über Stockoch und Schloßberg wieder zum Bahnhof.
Schleife 2 führt vom Neubaugebiet Killberg IV über den Bahnhof zum Obertorplatz und von dort über Boll und Stetten wieder zum Bahnhof.

„Optimale Vernetzung mit dem Zugverkehr“

Nach jeweils einer Runde wechselt jeder Bus die Schleife, sodass der Fahrgast ohne Umsteigen jedes Ziel erreicht. Zuganschluss wird zu jeder vollen Stunde aus allen Richtungen erreicht. Die vom Landkreis beauftragten Regionalbusse, die Hechingen in die Richtungen Bisingen und Bodelshausen durchmessen, kommen immer zur halben Stunde am Bahnhof an und erreichen so im Idealfall den Interregio nach Stuttgart. So ergebe sich eine „optimale Vernetzung mit dem Zugverkehr“, ohne dass mehr Busse eingesetzt oder mehr Kilometer gefahren würden, sagte der Planer.

Verbesserungen auch für Stadtteile

Bürgermeister Philipp Hahn sprach von einem „sehr ordentlichen Konzept“ und wies darauf hin, dass sich auch für manche Stadtteile, wie etwa Sickingen, durch die Regionalbusse Verbesserungen ergäben. Hannes Reis (Bunte Liste) erkannte eine „deutliche Verbesserung“, wünschte sich aber eine größere Taktdichte, um die Akzeptanz des Busverkehrs zu erhöhen, auch abends und an Wochenenden.

Alles eine Frage des Geldes

Hartmut Jaißle sah darin prinzipiell kein Problem. Man könne auch vier Busse statt zwei einsetzen und so einen Viertel- statt einem Halb-Stunden-Takt schaffen. Dann müsse man allerdings zusätzliches Geld in die Hand nehmen.

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Hechingen

Jetzt werden die Bürger beteiligt


Das Konzept ist noch nicht in Stein gemeißelt. In den nächsten drei Monaten sollen die Bürger beteiligt werden und ihre Ideen einbringen – sowohl online als auch in einer Präsenzveranstaltung. Neu geordnet soll der Stadtverkehr dann ab September 2021. hy