Alle für Rainer Weith. Ohne Widerrede, ohne Gegenstimmen. Der Hechinger Stadtmarketing-Verein, der sich neu erfinden will, neu erfinden muss, überzeugte bei seiner Mitgliederversammlung am Dienstagabend durch Einmütigkeit. Nicht nur der umtriebige Schuh- und Modehändler aus der Unterstadt erhielt als neuer Vereinschef das Vertrauen aller Anwesenden, sondern auch sein Vize (der bisherige Vorsitzende) Martin Keidel und weitere 16 Vorstands- und Beiratsmitglieder. Ja, so viele wollen den Aufbruch aktiv und federführend mitgestalten.

Weith will Schaukeln und Rutschen

Bevor alle Finger in die Höhe schnellten, hatte Weith die Versammelten in seiner „Bewerbungsrede“ mit Visionen für eine attraktive Zollernstadt umgarnt und diese Ideen mit einer Fülle an Konzepten und Handlungsempfehlungen unterfüttert. So riet der neue Stadtmarketing-Chef zur Herausarbeitung eines Alleinstellungsmerkmals: „Gesundheitsstadt“ Hechingen – das war einmal so eine Vision. Heute sieht Weith Hechingen als „Familienstadt“ besser aufgestellt. Hechingen habe für Familien so viel zu bieten. Diese Stärke solle ausgebaut werden – etwa durch Rutschen, Schaukeln, Fahrradwege und neue Gastronomie.

Für Gartenschau 2031 bewerben

Eine weitere Zielvorgabe, die Weith benannte: Hechingen soll sich um die Kleine Landesgartenschau 2031 bewerben. Und noch eine Vision: Von den 350 000 Burgbesuchern im Jahr sollen bis zum Jahr 2025 rund zehn Prozent in die Hechinger Innenstadt geholt werden. „Das wären 100 Personen am Tag“, rechnete Weith vor.

Bachmanns Seilbahn rehabilitiert

Kühnes Denken brauche es dazu, waren sich Weith und Bürgermeister Philipp Hahn einig und riefen wie aus einem Munde Dorothea Bachmanns Seilbahn-Idee in Erinnerung. Diese sei zwar „wirtschaftlich nicht darstellbar“ gewesen, sagte Hahn, in der Kreativität aber vorbildlich. Ganz real sieht Weith die „Domäne“ als Brücke zur Burg.

Lichterglanz findet wieder statt

Ganz konkret ist schon, dass der „Hechinger Lichterglanz“ dieses Jahr wieder unter der Regie des Vereins stattfinden soll – am Samstag, 23. November.

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Wolfgang Groth kommt Ausschluss zuvor


Ausschließen wollte der Stadtmarketing-Verein seinen ehemaligen Geschäftsführer Wolfgang Groth per Abstimmung der Mitglieder. Mit dem Sportfotografen aus Boll liegt der Verein im juristischen Clinch. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen, weil Groth kurz vor der Sitzung per Mail seinen Austritt zum Jahresende verkündet hat. Der Rechtsstreit ist damit aber noch nicht erledigt.