Mit musikalischen Juwelen aus der Filmgeschichte gestalteten das Jugendorchester I und II sowie das große Ensemble der Stadtkapelle am Sonntag unter dem Motto „Großes Kino“ ein abwechslungsreiches, exzellentes Programm. Die Zuhörer in der vollbesetzten Stadthalle erlebten Filmmusik als sinfonische Blasmusik.

Den Reigen eröffneten die Jugendkapellen I und II, die mit ihren rund 20 hochmotivierten Jugendlichen und vielen neuen Gesichtern ein stattliches und vielschichtiges Klangbild unter der Leitung von Markus Best boten. Durch das Programm führte Lisa-Maria Wasserkampf. Zu dem zungenbrecherischen Unsinnswort „Supercalifragilisticexpialidocious“ aus dem Musical-Film Mary Poppins komponierten Richard und Robert Sherman eine schwungvoll-heitere Musik, die die Jungmusiker mit viel Eifer darboten. Mit zartem und einschmeichelndem Flötensolo schwebte danach der „Feather Song“ aus Forrest Gump sachte in den Saal. Atemberaubendes Tempo bestimmte den Abschluss des Vortrages, bei dem die Jugendlichen gekonnt durch die fetzige Melodienwelt der Filmserie „Pirates of the Caribbean“ rockten. Temperamentvoll, rhythmisch differenziert und mit sichtlicher Spielfreude erfüllten die jungen Künstler den Zugabe-Wunsch des Publikums und überließen dann dem Großen Blasorchester die Bühne.

Im Zeichen Hollywoods

Auch hier stand die Programm­auswahl ganz im Zeichen der schönsten Melodien aus bekannten Hollywood-Filmen. Unter dem Dirigat von Bernd Haid präsentierten die Musiker verschiedene musikalische Stilrichtungen mit viel Dynamik und Ausdruckskraft, heiter und tieftraurig, voller Lebensfreude sowie Melodienläufe, die an Blues und Jazz erinnerten. Mit der feierlichen Hymne „Olympic Spirit“ spielten sich die Musiker sogleich klangreich in die Herzen ihres Publikums. Harry Potters Welt ist ohne die Melodien von John Williams nicht vorstellbar: Starke Emotionen, Töne, die beflügeln, geheimnisvolle düstere Walzermotive, einschmeichelnde Melodien für den Jungmagier – das Orchester spielte sich bravourös durch die knifflige Partitur von „Harry Potter’s Wondrous World“. Nicht die Farbe, sondern die klangliche Konstruktion, die Melodik und die Rhythmik bestimmen die musikalische Gestalt von „Star Wars Saga“. Die anspruchsvolle, rhythmische und harmonische Vielfalt, klangvoll geballte Akkorde, immer wiederkehrende bitonale Unterbrechungen und auch das Wechselspiel von laut und leise stellten hohe Anforderungen an jeden einzelnen Musiker. Strahlend, markig und prägnant präsentierte das Orchester den „Captain American March“ mit herrlich singendem Saxophon, um sich danach den variantenreichen Szenen von „The Beauty and the Beast“ zu widmen. Mit einer sicheren und nie aufdringlich wirkenden Percussiongruppe, getragen von warmen Bass- und Tenorstimmen, schwebte die Stadtkapelle mit fließender Eleganz durch den musikalischen Zaubergarten der Filmmusik, zeigte sich rasant jazzig swingend in „Children of Sanchez“, bei dem die Flöten brillierten, und wie aus einem Guss bei den wunderschönen Sequenzen aus „The Lion King“. Wie sicher und stark dieses Orchester vor allem auch mit spannungsgeladenem, zunehmendem Tempo umgeht, zeigte sich hier besonders eindrucksvoll.

Publikum will mehr

Mit diesem letzten Stück im Programm gab sich das jubelnde Publikum allerdings nicht zufrieden, es forderte Zugabe um Zugabe. Zur offensichtlichen Freude der Musikanten, die durch zusätzliche Einlage begeisterten. Durchs Programm führte Klaus Jetter.

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Jugendliche, hochmotiviert und mit vielen neuen Gesichtern, boten ein stattliches und vielschichtiges Klangbild unter der Leitung von Dirigent Markus Best.