Hechingen Staatsministerin besucht Alice-Salomon-Schule

Hechingen / Judith Midinet 13.04.2018
Staatsministerin Annette Widmann-Mauz hat sich über das Thema Schule und Integration informiert.

Was verbindet Jugendliche auf der ganzen Welt? Es sind Träume und Visionen für die Zukunft, das Recht auf ein erfülltes Leben. An diesen Themen haben Schüler der Eka-Klasse des Gymnasiums und Vabo-Schüler (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf) gearbeitet und sich besser kennengelernt. Dabei haben sie gemerkt, dass egal ob Deutsche oder Flüchtlinge, sie mehr verbindet als trennt. Das Projekt und die Integrationsarbeit an der Alice-Salomon-Schule stieß auch auf das Interesse der Staatsministerin und Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz, die sich davon am Freitag bei einem Besuch ein Bild machte.

Lob für Integrationsarbeit

Begrüßt wurde der Besuch aus Berlin durch den Ersten Beigeordneten Philipp Hahn und Schulleiter Karl-Heinz Rauch. Hahn lobte Hechingen für seine Integrationsarbeit, die von ehrenamtlichen und offiziellen Helfern geleistet werde. Zudem sei die Stadt die einzige im Kreis mit einer Integrationsbeauftragten. „Wir müssen bei uns anfangen, um eine bestmögliche Unterstützung zu bieten“, sagte Schulleiter Karl-Heinz Rauch. Immer wieder sei die Schule in der Arbeit mit Flüchtlingen mit Umständen konfrontiert, die hinderlich seien wie eine mögliche Abschiebung oder fehlender Wohnraum für die jungen Menschen. Diese Probleme müssten zur Sprache gebracht werden. Darauf ging auch die stellvertretende Schulleiterin Leonie Schneider-Loye ein. „Einfach nur Schüler an der Schule zu haben, ist noch keine Integration“, sagte sie. Nichts funktioniere automatisch. Für die Integration und die Arbeit an der Schule brauche es offene Jugendliche, eine Stütze durch Erwachsene und gute Kontakte zu Stadt und Landratsamt. „Bei der Wohnungssuche lässt man die Jugendlichen gegen die Wand fahren“, sagte Schneider-Loye, die darauf hinwies, dass Integration vom Schreibtisch aus schwer anzustoßen sei.

Die Schüler präsentierten einen Teil ihres Kunstprojekts „Fields of Vision“, das sie mit den Worten „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ sowie dem Lied „Mad World“ abschlossen. Die Beteiligten erzählten, dass im Rahmen des achtwöchigen Projekts Vorurteile schnell abgebaut wurden. „Man konnte mit denen wirklich reden“, war die Erkenntnis eines Schülers gegenüber den Schülern der Flüchtlingsklasse. Staatsministerin Widmann-Mauz wollte wissen, ob Verbindungen nach dem Projekt bestehen bleiben. Dies beantworteten die Schüler mit Ja: Kontakt habe man auf dem Schulhof oder auch in Form von Nachhilfe, die sie den Vabo-Schülern geben.

Anschließend ging es in die fortgeschrittene Vabo-Klasse von Lehrerin Bettina Kurz, die exemplarisch zeigte, wie der Unterricht zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss funktioniert. Die Schüler mussten jedem Buchstaben des ABC ein Gemüse oder ein Obst zuordnen und dann die Geräte benennen, um einen Smoothie zuzubereiten. Die Staatsministerin wollte abschließend von den Schülern wissen, ob sie mit ihren Familien in Deutschland sind, und was ihre Lieblingsfächer sind. Einige Mitglieder des Arbeitskreises Asyl nutzten die Gelegenheit gegen Ende der Veranstaltung, um Annette Widmann-Mauz darauf hinzuweisen, wie viel Mühe und Engagement in der Integrationsarbeit stecke, und wie zermürbend es sei, wenn die durch eine Abschiebung zunichte gemacht werde.

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