Wie soll sich der kleinste Stadtteil Hechingens zukünftig entwickeln? Das war im Ortschaftsrat ein heikles Thema. Ortsvorsteher Peter Gantner war sich der besonderen Situation durchaus bewusst, als man den Flächennutzungsplan-Entwurf des Büros Gfrörer beriet. Das Gremium einigte sich nach rund zwei Stunden schiedlich-friedlich, dass in der Ringstraße ein Bedarf von 0,6 Hektar Wohnbaufläche bis 2035 möglich wäre. Das bedeutet auch eine weitere zukunftsorientierte Entwicklung von Beuren. Mit dieser Empfehlung an den Hechinger Gemeinderat wurden die Weichen für die Wohnbauentwicklung in Beuren gestellt.

Neben einigen Beurener Zuhörern war auch die Hechinger SPD-Gemeinderatskandidatin Susanne Blessing da. Ortsvorsteher Peter Gantner ging zunächst auf die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes sowie des Landschaftsplanes näher ein und informierte über mögliche Flächenpotentiale für Wohnbauflächen in Beuren. Da zeigte sich, dass die im Flächennutzungsplan enthaltenen Flächen „Wernesäcker“ deutlich größer sind als der ermittelte Wohnbedarf. Das Gebiet sollte daher auf den Bereich entlang der Ringstraße reduziert werden, so Peter Gantner.

Der Ortschaftsrat machte es sich nicht leicht, und insbesondere Jürgen Saile sah in der zukünftigen Wohnbebauung im Gebiet „Wernesäcker“ Probleme, weil seiner Meinung nach nicht mehr die Ortschaftsverwaltung gefragt sei, sondern die Stadt Hechingen, wenn es um Bauplatzvergaben geht.

Auch Stadtrat Jürgen Fischer (SPD) bezweifelte nach eigenen Recherchen den relativen Flächenbedarf und den Wohnbauflächenbedarf in der Ringstraße, der besonders die Flurstücke 506, 507, 508 und 509 umfasst. Er lehnte diesen Passus mit einem Ergebnis von 0,46 Hektar ab.

Ortsvorsteher Peter Gantner war immer um Einheit im Gremium bemüht und anerkannte die heikle Situation in der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Er schlug nach rund zwei Stunden Diskussion folgenden Beschlussvorschlag vor: 1. Die Berichte Flächennutzungsplan und Landschaftsplan 2035 sowie die entsprechende Drucksache werden zur Kenntnis genommen. 2. Da die Ringstraße eine beidseitig anbaubare Straße ist, soll die Wohnbaufläche im Gebiet „Wernesäcker“ gegenüber der vorhandenen Bebauung entlang der Ringstraße ausgewiesen werden. Für eine sinnvolle Größe der Wohnbaufläche, ähnlich der bereits vorhandenen Bebauung auf der anderen Seite der Ringstraße – ein Sprung über die Straße – sah der Ortschaftsrat einen Bedarf von 0,6 Hektar vor. 3. Eine Verlegung beziehungsweise ein Ausgleich für die Hecke und das Feldgehölz entlang der Ringstraße sowie für die FFH-Mähwiese soll im Verlauf des Jahres vorsorglich geprüft werden.

Diesem Beschlussvorschlag wurde vom Ortschaftsrat einstimmig stattgegeben. Das Beurener Votum wird bei der Hechinger Kommission „Flächennutzungsplan 20135“ am Dienstag, 9. April, Thema sein.

0,6


Hektar. Darauf hat sich der Ortschaftsrat Beuren nach ausgiebiger Diskussion als Vorschlag für Wohnbauflächen im neuen Hechinger Flächennutzungsplan geeinigt.