Wer fliegt denn da alles im Winter ans Vogel-Futterhäuschen und wer hält sich im Garten oder Park auf? Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte dazu aufgerufen, zwischen dem 8. und 10. Januar an der ,,Stunde der Wintervögel" teilzunehmen. In einer beliebigen Stunde sollte man Meisen, Sperlinge, Amseln und Co. zählen und dem Nabu melden.

Jetzt hat der Nabu-Bundesverband die an ihn gemeldeten Beobachtungen ausgewertet. 92 157 Vogelfreunde haben in 61 721 Gärten und Parks 2 531 913 Vögel registriert. Ganz vorne dran steht der Haussperling - auch Spatz genannt - dahinter die Kohlmeise. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen die Blaumeise, der Feldsperling und die Amsel. 161 verschiedene Vogelarten insgesamt wurden erfasst.

Unter den von 8 246 Mitmachern in 5 381 Gärten und Parks in Baden-Württemberg registrierten 223 116 Vögeln aus 105 verschiedenen Arten ergibt sich die gleiche Reihenfolge wie bundesweit.

Für den Kreis Reutlingen ergab die Gesamtauswertung 147 einstündige Beobachtungen in Gärten und Parks. 202 Vogelfreunde, die sich an der Aktion beteiligten, konnten dem Nabu 6 257 Vögel melden, 557 mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis sieht auch hier den Haussperling mit 967 Exemplaren an der Spitze, vor der Kohlmeise mit 831. Im Gegensatz zu ganz Deutschland und speziell auch Baden-Württemberg taucht schon auf Platz drei die Rabenkrähe mit 778 Exemplaren auf. Sie ist bei vielen Vogelfreunden unbeliebt, da sie Nester ausraubt.

Es folgen die Blaumeise mit 649, der Feldsperling mit 533, die Amsel mit 424, der Buchfink mit 234, der Erlenzeisig mit 229 und die Elster mit 224 Exemplaren auf Platz neun. Der bundesweit aus unerklärlichen Gründen arg rückläufige Grünfink mit 190 Exemplaren komplettiert die Top Ten der im Kreis Reutlingen gesichteten und registrierten Wintervögel. Unter den hier insgesamt 58 verschiedenen registrierten Vogelarten tauchen auch 65 Buntspechte, 59 Gimpel, 41 Saat- und Kolkraben, 22 Mäusebussarde und 17 Zaunkönige auf. Und auch vier der mittlerweile hier überwinternden Silberreiher und zunehmend heimisch gewordene vier Nilgänse. Je zwei Exemplare entdeckt wurden vom Waldkauz, der Ringdrossel, der Schnatterente und des Turmfalken sowie der Dohle, des Zwergtauchers, der Bachstelze, des Waldbaumläufers, der Heckenbraunelle und auch des Grauspechtes. Bemerkenswert, dass sowohl bundesweit als auch in Baden-Württemberg unter den zehn häufigsten Vogelarten die gleichen zehn Vertreter auftauchen. Mit einer Ausnahme auch hier: Da wurden die mit 120 Exemplaren auf Platz zwölf stehenden Rotkehlchen von den Rabenkrähen aus den Top Ten verdrängt.