Immobiliengeschäfte werden meistens sehr diskret gehandhabt. Umso mehr, wenn es sich um ein bedeutendes Anwesen handelt. Die Villa Silberburg in Hechingen ist so eine Liegenschaft. Sie ist im Besitz des Hauses Hohenzollern und war der Wohnsitz von Carl Gregor Herzog zu Mecklenburg bis zu dessen Todestag am 23. Juli 2018. An Spekulationen über die Zukunft des Anwesens, das immerhin ein Viertel des Fürstengartens einnimmt, wollen sich weder die Stadt Hechingen noch das Haus Hohenzollern beteiligen.

„Die Villa ist immer noch vermietet und ist bewohnt“, blockt Thomas Kanjar, Immobilienchef der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern, jeden Gedanken an einen eventuellen Verkauf des historischen Gebäudes ab. Man habe „momentan keine besonderen Pläne“ mit der Villa. Das Argument, dass die Stadt Hechingen im Fürstengarten noch in diesem Jahr mit der Umsetzung eines umfangreichen Parkpflegekonzepts beginnen wird, und die Landschaftsarchitekten eine Einbeziehung der Villa Silberburg ausdrücklich begrüßen würden, hat in Sigmaringen offenbar wenig Zugkraft. „Mit dem Park haben wir nichts mehr zu tun. Der ist in kommunaler Hand“, stellt Kanjar fest.

Mit der gleichen Zurückhaltung reagiert auch die Stadt Hechingen auf das Thema. Die Villa Silberburg befinde sich „in Privateigentum“, antwortet Rathaussprecher Thomas Jauch auf die Anfrage der HZ. Deshalb könne es seitens der Stadt gar keine Planungen geben. Die Stadt wolle sich zu dem Thema insgesamt „gar nicht äußern“.

Offen und vorausblickend geht Albrecht Schaal auf die Frage ein. Der Landschaftsarchitekt und Chef des Frankfurter Planungsbüros Grün 3 (Grün hoch drei) wurde von der Stadt Hechingen mit der Planung und Umsetzung eines umfangreichen Parkpflegekonzepts beauftragt. Schaal würde es aus fachlicher Sicht natürlich begrüßen, wenn die Villa Silberburg in das Konzept integriert werden könnte. „Das wäre sehr sinnvoll“, sagt er, und würde zur „Harmonisierung“ des Fürstengartens beitragen. Die beiden Villengrundstücke – Villa Eugenia hier, Villa Silberburg dort – seien ursprünglich eine Einheit und Herzstück des sogenannten „Pleasure Ground“, des fürstlichen Lustgartens, gewesen.

Die ehemalige Gaststätte Silberburg, ein zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach, wurde 1844 von Fürstin Eugenie erworben und in ein Sommerhaus mit einer Pergola aus umlaufenden Säulen umgebaut. Es diente als Gästehaus des Fürstenpaares.

Ganz neue Biotope entstanden

Heute ist die Villa Silberburg von einem Jagdzaun umgeben, der ein Viertel des Fürstengartens vom Rest des einst meisterlich nach den Plänen des berühmten Landschaftsarchitekten Hermann von Pückler-Muskau angelegten Landschaftsparks abtrennt. Das große Grundstück ist so zugewuchert, es ist so viel „Natur pur“ entstanden, dass Albrecht Schaal davon ausgeht, dass dort mit den Jahren ganz neue Biotope entstanden sind, für die sich früher oder später auch der Naturschutz interessieren wird.

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Million Euro investiert die Stadt Hechingen in das Parkpflegekonzept für den Fürstengarten. Die Gesamtkosten sollen auf die Jahre 2019 bis 2023 aufgeteilt werden.