Jungingen Sichtfenster ins schöne Killertal

Forstdirektor Hermann Schmidt (links) vor der Steilflanke am Köhlberg: Der Fachmann erklärte dem Junginger Gemeinderat und Bürgermeister Harry Frick, wie die Offenhaltung von Sichtfenstern an exponierten Stellen verwirklicht werden kann. Überall müsse das aber nicht sein.
Forstdirektor Hermann Schmidt (links) vor der Steilflanke am Köhlberg: Der Fachmann erklärte dem Junginger Gemeinderat und Bürgermeister Harry Frick, wie die Offenhaltung von Sichtfenstern an exponierten Stellen verwirklicht werden kann. Überall müsse das aber nicht sein. © Foto: Horst Bendix
Jungingen / Horst Bendix 11.06.2018
Naturnahe Waldbewirtschaftung schön und gut, aber ab und an soll doch eingegriffen werden – und die Aussicht bleiben.

An einen der schönsten Plätze der Gemarkung überhaupt, der Steilflanke des Köhlbergs mit herrlicher Sicht auf Jungingen, ins obere Killertal, zum Raichberg und zur Burg, begab sich der Gemeinderat mit Vertretern der Jägerschaft beim Waldbegang. Forstdirektor Hermann Schmidt und Kreisforstamtmann Thomas Stocker erläuterten beim Gang auf dem Hauptwanderweg 1 des Albvereins vom Köhlberg bis zum Weilerwaldkopf die Kulturlandschaft und die Habitatbaumgruppen. Dort sind viele Nisthöhlen zu finden und Bäume mit besonderer Wuchsform, die als Waldrefugien ausgewiesen werden können.

Es ging um die Offenhaltung von „Sichtfenstern“ an exponierten Stellen. Das Thema hatte  Gemeinderat Martin Weinschenk im Oktober angestoßen. Er wies  nun erneut darauf hin, dass auf der Gemarkung Aussichtsplätze  nicht mehr gewährleistet seien, weil fast alles zugewachsen sei. Seine Bitte: Man soll diese Flächen freihalten, um den Blick auf die Gemeinde und ins Land  auch weiterhin genießen zu können. Bürgermeister Harry Frick und die Mehrheit der Gemeinderäte stimmten mit ein: Kulturlandschaft, Pflanzen- und Tierwelt sollten besonders zwischen Köhlberg und Bachenau gleichermaßen bewahrt werden.

Kreisforstamtmann Thomas Stocker wies darauf hin, dass verschiedene Maßnahmen zur Heidepflege im Gewann „Viehstelle“ bereits getätigt wurden:  Beseitigung der Gehölze und Schwarzdorn-Ausschläge sowie Mulchen durch Forsthilfe. Die Gemeinde Jungingen stellte dafür die Gelder zur Verfügung.

Auf dem Randweg zum Weilerwaldkopf mit grandiosem Ausblick zur Geißackerwand erklärte wiederum Hermann Schmidt, dass nicht um jede Ruhebank herum Auslichtungsarbeiten notwendig seien. Wanderer und Erholungssuchende sollten auch den Schatten der Bäume nutzen können. Der Erhalt des Bestandes sollte gewährleistet bleiben.  „Es muss nicht um jedes Bänkle herum ausgelichtet werden“, so Schmidt, was auch die Mehrheit der Gemeinderäte so sah.

Das Aufstellen von Informationstafel nzwischen Köhlberg und Weilerwaldkopf brachte der Forstdirektor ebenfalls ins Gespräch. Mit Hilfe der Tafeln hätten nteressierte Wanderer die Möglichkeit, die Lebensgemeinschaft Wald zu erkunden, und man werde direkt vor Ort informiert. Am Ende der Exkursion teilte Hermann Schmidt außerdem mit, dass die Ergebnisse aus der zehnjährigen Forsteinrichtung auf Junginger Gemarkung in der Tendenz besagten,  dass sich der Tannenanteil leicht erhöht hat, der Rest des Waldes aber auf dem bisherigen Mischungsniveau wächst.

Marc Berleth zuständig für Junginger Forst

Neuer Mann Kreisforstamtsmann Thomas Stocker teilte bei der Waldbegehung des Junginger Gemeinderats mit, dass in Zukunft der Büroleiter des Bereichs Hechingen, Marc Berleth, die Aufgaben im Gemeindewald wahrnehmen wird. Thomas Stocker hatte diese Aufgabe vertretungsweise wahrgenommen. Berleth wird in zirka drei Wochen sein Amt antreten.

Zusätzliche Parkplätze beim Rathaus

Vergabe Der Junginger Gemeinderat hat zwei Aufträge einstimmig vergeben. Die Firma Gebr. Pröpster erledigt zum Angebotspreis von rund 5000 Euro die Kanal- und Böschungssicherung an der Starzel im Gewann „Stollengarten“. Mit gut 220 000 Euro hatte das Junginger Unternehmen ebenfalls das günstigste Angebot für dieses Paket: die Erneuerung der Stützmauer in der Killerstraße gleich neben den Parkplätzen an der B 32, die Gehweg- und Bordsteinerneuerung an der Schüttestraße bis zum  Bauhof, den Fußweg vom Pausenhof der Grundschule bis zum Bahnübergang sowie neue Parkplätze auf dem Grünstreifen hinter dem EnBW-Gebäude neben dem Rathaus.

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