Obst Sechs neue Bäumchen fürs Apfelglück

Hechingen / Judith Midinet 25.04.2017

Getreu dem Motto „Von der Natur für die Natur“ ist nun ein Teil der Erlöse des „Hechinger Apfelglücks“ in neue Bäume geflossen. Am Montag sind sechs Obstbäume am Erleb-Dich-Pfad in Hechingen gepflanzt worden. Zwei wurden aus dem Erlös des Apfelsaftverkaufs finanziert, jeweils zwei spendeten die Mosterei Wetzel aus Hechingen und die Mosterei Beck aus Weilheim, die beide das Projekt der Stadt unterstützen.

Nach einigen frostigen Nächten war der Zeitpunkt am Montag für die Baumpflanzung richtig gewählt: Die Sonne zeigte sich und die Temperaturen waren wieder wärmer, so dass die vier Apfel- und zwei Birnenbäumchen einen sanften Einstieg in die Erde hatten. Ausgewählt wurden „alte Sorten“, wie Tourismusexpertin Anke Gärtner von der Stadt Hechingen erklärte. Rheinischer Bohnapfel, Riesenboiken, Rebella, Brettacher, Geißhirte und Kongreßbirne sollen künftig am Hang des Erleb-Dich-Pfads gedeihen.

Noch vor Weihnachten 2016 war die erste Auflage des Apfelglücks mit 200 Litern in Flaschen in Rekordzeit verkauft. Der Hechinger Apfelsaft, Gemeinschaftsprojekt von Jürgen Wetzel, Mosterei Wetzel in Hechingen, Thomas Beck, Mosterei Familie Beck in Weilheim, und Anke Gärtner wurde sehr gut angenommen.

Erhalt der Streuobstwiesen

Das Konzept nochmal zur Erinnerung: Äpfel von heimischen Streuobstwiesen, eine außergewöhnliche Saftflasche, Mosten in der Mosterei Familie Beck, Abfüllen in der Mosterei Wetzel und exklusiver Vertrieb über die Stadt. Das Projekt sollte zum einen für den Erhalt der Streuobstwiesen werben, zum anderen sollte der leckere Saft auch dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der Bürger für das Thema zu gewinnen. Heimischer Apfelsaft ist nicht nur köstlich und hat kurze Wege hinter sich, sondern ist auch ein wertvoller Beitrag zum Naturschutz.

Gerne würde die Stadt in diesem Herbst mehr „Apfelglück“ anbieten. Doch ein wenig Sorge bereiten Anke Gärtner derzeit die eventuellen Ernteausfälle durch die vergangenen Frostnächte. Auf jeden Fall soll das „Apfelglück“ eine feste Institution werden, an der sich auch Schulklassen beteiligen können, damit in den kommenden Jahren noch mehr Obstbäume gepflanzt werden können.

Frostige Nächte schaden Obstbäumen

Blüten „So etwas habe ich in 25 Jahren noch nie erlebt“, sagt Markus Zehnder vom Umweltamt Zollernalbkreis. Die Blüten an Obstbäumen wie Birne, Zwetschge und Kirsche seien in diesem Jahr rund zwei Wochen früher dran als gewohnt. Das und die Minusgrade in den vergangenen Nächten kostete rund 80 Prozent der Blüten das Leben, schätzt Zehnder.

Ernte Die Bäume hatten sich zuletzt gut erholt gezeigt, viele Blüten seien bereits befruchtet gewesen, sagt Zehnder. Jetzt seien die Blüten braun, die Stempel schwarz und die Ernte bleibt aus. paca