Hechingen Schwefelkuren unter der Burg

Die jüngsten Errungenschaften des Hohenzollerischen Landesmuseums aus dem Hause Koller: Dr. Cajetan Koller (rechteckiges Bild links), desen Eltern (große farbige Bilder hinten) und der Sohn Dr. Eugen Koller mit Frau (ovale Bilder).
Die jüngsten Errungenschaften des Hohenzollerischen Landesmuseums aus dem Hause Koller: Dr. Cajetan Koller (rechteckiges Bild links), desen Eltern (große farbige Bilder hinten) und der Sohn Dr. Eugen Koller mit Frau (ovale Bilder).
Hechingen / SWP 10.10.2014
Das Hohenzollerische Landesmuseum hat jetzt Zuwachs bekommen durch eine Schenkung der Familie Koller. Deren Stammvater war Leibarzt des letzten Hechinger Fürsten und Betreiber des Schwefelkurbads.

Ein Museum stellt nicht nur aus, es sammelt auch. Das Hohenzollerische Landesmuseum im Alten Schloß hat sich der Geschichte Hechingens im Besonderen und der Hohenzllerischen Lande im Allgemeinen verschrieben. Seit der Sanierung des Gebäudes und der Neueröffnung 2005 sind die Bestände durch Ankäufe, vor allem aber durch Schenkungen, ergänzt worden.

Beim jüngsten Zuwachs handelt es sich um Bilder und Dokumente zur Geschichte der Familie Koller. Deren Stammvater, der Arzt Dr. Cajetan Koller (1798-1872), hat es in der Zollernstadt zu einiger Berühmtheit gebracht: Der gebürtige Trochtelfinger war Medizinalrat, Erbauer und Betreiber des Schwefelkurbades in der Herrenackerstraße und Leibarzt des letzten Hechinger Hohenzollern-Fürsten Friedrich Wilhelm Constantin.

Nach Hechingen gekommen war Koller nach dem Tod des Vaters, der in Trochtelfingen als fürstlicher Rat und Physikus für die Fürstenberger tätig war, im Alter von zwei Jahren. Er besuchte die Gymnasien in Rottweil und Konstanz und studierte Medizin. Als frischgebackener Arzt ließ sich Dr. Cajetan Koller 1823 in Hechingen nieder und entfaltete t über ein halbes Jahrhundert lang sowohl beruflich als auch bürgerschaftlich ein außerordentliches Engagement. Die Nähe zum Fürstenhaus ergab sich durch die Heirat mit Maria von Bacherle, der Kammerfrau der damaligen Erbprinzessin Eugenie, der späteren Fürstin. Berühmt wurde Koller durch das von ihm gegründete Schwefelbad in der Herrenackerstraße, dem heutigen Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth. Dort wurden Schwefelkuren angeboten, das Kurhaus sah glänzende Feste und wurde zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Aber nicht nur medizinisch wirkte der 1844 zum Leibarzt des Fürsten ernannte Koller. Sein bürgerschaftliches Engagement ist bemerkenswert: als Kollegienrat, Landtagsabgeordneter, Vorstand des Verschönerungsvereins, Direktor des Musikvereins und Initiator des Eugenie-Denkmals am Kinderhaus verdankt ihm Hechingen einiges.

Die dem Museum vermachte Sammlung umfasst Bilder von Koller, dessen Eltern und dessen Söhnen und viele Dokumente zur Familie, zum Beispiel Schriftstücke des Fürstenhauses und die Verleihungsurkunde des Roten Adlerordens. Den neuen Bestand hat Museumsmitarbeiterin Helga Ciriello inventarisiert und sachgerecht verwahrt.

Info Wer Objekte und Dokumente zu Hechingen uind Hohenzollern besitzt und für diese keinen Platz oder keine Verwendung hat, kann sich unter Telefon 07471/621847 ans Museum wenden. Informationen gibt es auch unter www.hzl-museum.de.

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