Hechingen Schwalben leiden unter Wohnungsnot

Mehl- (im Bild) und Rauchschwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Sie dürfen weder gestört, gefangen oder getötet werden.
Mehl- (im Bild) und Rauchschwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Sie dürfen weder gestört, gefangen oder getötet werden. © Foto: Axel Aßmann
Hechingen / Nabu 11.06.2018
Der Nabu weist eindringlich darauf hin: Schwalben und ihre Nester sind geschützt.

Zurückgekehrt aus ihren Winterquartieren in Afrika, kann man bei uns Mehl- und Rauchschwalben nun wieder akrobatisch durch die Lüfte jagen sehen. Doch ihre Bestände haben sich dramatisch verringert, wie auch die im Mai durchgeführte Nabu-Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ in erschreckender Weise verdeutlicht hat. Ursächlich hierfür dürften unter anderem der starke Rückgang der Insekten sowie fehlende Nistmöglichkeiten sein.

Als „Kulturfolger“ tauschten die früher als Glücksboten betrachteten Vögel ihre ursprünglichen Brutplätze an Felswänden gegen einen Platz an Gebäuden, in Ställen und Scheunen ein. Die von den Mehlschwalben oft unter Dachvorsprüngen an die Hauswand gebauten Nester werden über mehrere Jahren genutzt und gegebenenfalls ausgebessert. Der Nabu erhält jedoch immer wieder Meldungen, denen zufolge wegen Baumaßnahmen oder zur Vermeidung von Verschmutzungen an der Fassade und den darunter liegenden Hofflächen Nester mutwillig zerstört werden.

Nabu startet Mitmachaktion

Mehl- und Rauchschwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten. Sie dürfen weder gestört, gefangen oder getötet werden. Der Schutz gilt jedoch nicht nur für die Vögel selbst, sondern auch für ihre Brutstätten und Gelege, und zwar nicht nur außerorts, sondern auch innerhalb der bebauten Flächen, betont der Nabu.

„Zum Schutz vor Verschmutzung hilft die Anbringung von Kotbrettern unterhalb der Nester“, rät Wolfgang Fuchs von der Hechinger Nabu-Gruppe und ergänzt: „sind Brutplätze von Schwalben bei Baumaßnahmen betroffen oder ist aus anderen Gründen eine Beseitigung unumgänglich, müssen die Eingriffe mit der Naturschutzbehörde des Landratsamts abgesprochen und ggf. von ihr genehmigt werden“. Von den NABU-Gruppen im Zollernalbkreis wurden bereits in mehreren Gemeinden sogenannte Schwalbentürme errichtet, um der „Wohnungsnot“ dieser Vögel entgegenzuwirken. Mit der bundesweiten Mitmachaktion „Schwalbenfreundliches Haus“ bemüht sich der NABU zudem, die Akzeptanz von Schwalbennestern am Haus zu erhöhen und möglichst viele Mitbürger dafür zu gewinnen, durch die Anbringung von Kunstnestern an der Bestandserhaltung der Schwalben mitzuwirken.

Info Einen „Aktionsleitfaden Schwalbenschutz“ gibt’s gegen Versandkosten beim Nabu-Landesverband, http://nabu-bw-shop.de.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel