Sie sind so verschieden wie Feuer und Wasser, wie Hund und Katz` oder schlicht, wie „Woizabier ond Früchtetee“: Käthe und Karl-Eugen – die „Kächeles.“ Ein waschechtes schwäbisches Ehepaar, das den ganz normalen zwischenehelichen Wahnsinn so pointiert vor Augen führt, dass es dem Publikum die Lachtränen in die Augen treibt.

So auch am Samstag im ausverkauften Hechinger „Museum“, wo die beiden mit „Floischkäs und Champagner“ die Bühne und die Herzen des Publikums im Sturm eroberten. Kein Wunder, denn ein schwäbisches Klischee trifft auf die beiden garantiert nicht zu: sie sind alles andere als „maulfaul.“

Ein verbaler Schlagabtausch zwischen Karl-Eugen (alias Michael Willkommen) und seiner Käthe (Ute Landenberger) reihte sich an den nächsten, gespickt mit jeder Menge urkomischer Seitenhiebe, Gags und umwerfender Situationskomik.

Das Erfolgsgeheimnis des Duos ist neben seiner beachtlichen Schauspielkunst auch darin zu finden, dass die Szenen einer schwäbischen Ehe, die die Kächeles geradezu genüsslich zelebrieren, mitten aus dem Leben gegriffen sind. Ein jeder kann sich darin wiederfinden, denn Männlein und Weiblein – sie sind halt nun mal so verschieden.

„Dia ka oifach Gosch id halta“ moniert er die Geschwätzigkeit seiner Gattin, während sie missbilligend auf seinen Bierbauch blickt und sich ein „bissle me“ vom Leben erhofft als „Woizabier ond Flädlessupp.“ Sein Motto „Käthe, mir duats des“, kommt bei ihr gar nicht gut an. Aber kann man einen Mann nach 30 Jahren Ehe noch umerziehen? Die Gattin lässt jedenfalls nichts unversucht.

Ach, wenn er doch nur ein wenig mehr auf sein Äußeres achten würde, der lätschige  Karl-Eugen, der sehr zum Leidwesen seiner Angetrauten nur „lapprige T-Shirts“ und Feinrippunterhosen mit vergilbtem Eingriff trägt. Sie dagegen weiß, dass eine Frau von Welt „gewisse Verpflichtunga in Sachen Haute Cotüre“ hat. Was es dazu dringend braucht? Natürlich eine ausgiebige Shoppingorgie, an der sich der Gatte, zumindest was sein „Bankkärtle“ angeht, gefälligst beteiligen soll.

„Eikaufa? D`r Supergau“, bricht bei Karl-Eugen die Verzweiflung durch, die nicht nur aus seiner Stimme spricht, sondern auch an seinem Mienenspiel abzulesen ist. Denn er weiß: Wenn seine Frau das hart verdiente Geld ausgibt, dann bringt sie nur „Gruscht“ mit heim. Oder vier paar Schuhe, denn als sparsame schwäbische Hausfrau kann sie dem Angebot „Kauf vier, zahl drei“ natürlich nicht widerstehen. Von den vielen „Bonuskärtle“, die jedes weibliche Wesen im Geldbeutel hat, ganz zu schweigen. Wenn man die nebeneinander legen würde, „däts langa bis uff da Zoller nuff, dreimol dromrom ond wieder nondr“, ist Karl-Eugen überzeugt.

Fast noch schlimmer: Die Angetraute reißt sich sein „Heilix Blechle“ unter den Nagel und wundert sich beim Ausparken, dass hinter ihr plötzlich eine Mauer steht. „Die war vorher no net do“, ist sie überzeugt. Und kollidiert dabei auch schon wieder mit ihrem Gatten, der sich beim Tanken so aufregt, dass er flugs „ens Rottamenschter“ eingeliefert wird. Die Zwangsjacke, die ihm dort angezogen wird, scheint jedoch auch nicht viel enger, als die, die ihm die Ehefrau auferlegt.

„Ha, wetscht Du so eine dahoim?“, fragt der von ihr zur Weißglut getriebene Karl-Eugen immer wieder ins Publikum. Er wird seine Käthe doch nicht etwa loswerden wollen, nur weil sie ihn mit ins Yoga geschleppt hat, wo er sich mit einer Duftkerze blamiert, und ihm gesunde Grünkernsuppe serviert? „Du bischt doch intellektuell völlig unbewaffnet“, wirft Käthe ihm empört vor. Ja, sie hat auch so ihre liebe Not mit ihrem Angetrauten. „Schnarcht dr Dei au?“, will sie von einer Dame wissen.

Doch trotz allem wird bei den Kächeles schnell klar: Sie können zwar nicht mit-, aber schon gar nicht ohne einander. Und was sich liebt, das neckt sich.

Dass Spaß machen und Gutes tun wunderbar zusammenpassen, beweisen die „Kächeles“ und ihr Team mit ihrem Engagement für das Kinderhospiz St. Nikolaus im Allgäu. Im Foyer des „Museums“ konnten sich die Besucher über die Einrichtung informieren und sie mit einer Spende unterstützen.