Hechingen Schulneubau am Schloßberg für 13 Millionen

Soll abgerissen werden und einem Neubau weichen: das ehemalige Werkstattgebäude aus dem Jahr 1958 auf dem Gelände der heutigen Alice-Salomon-Schule.
Soll abgerissen werden und einem Neubau weichen: das ehemalige Werkstattgebäude aus dem Jahr 1958 auf dem Gelände der heutigen Alice-Salomon-Schule. © Foto: Matthias Badura
Hechingen / Hardy Kromer 17.07.2018
35 Millionen Euro will es sich der Landkreis kosten lassen, seine Beruflichen Schulen fit für die Zukunft zu machen.

Ja, aber“ hatte der Kreistag im vergangenen Dezember zu den Plänen des Landratsamtes gesagt, die Alice-Salomon-Schule und die Kaufmännische Schule Hechingen zusammenzulegen (und auch die beiden Beruflichen Schulen in Albstadt zu fusionieren). Das „Aber“ hatte sich darauf bezogen, dass es gelingt, die damit verbundenen Raumprobleme zu lösen.

Genau dafür hat die Kreisverwaltung jetzt einen Vorschlag erarbeitet – und zwar einen, der aufhorchen lässt. Am Hechinger Schloßberg soll der älteste Gebäudeteil des Berufsschulkomplexes, das 1958 gebaute ehemalige Werkstattgebäude auf dem Gelände der heutigen Alice-Salomon-Schule, abgerissen und durch einen vierstöckigen Neubau ersetzt werden. Kostenpunkt: 13,2 Millionen Euro. Der Neubau, der auf gut 2500 Quadratmetern Klassenräume, EDV-Räume, Küchen, Schüler- und Lehrerarbeitsräume sowie eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen umfassen soll, ist so konzipiert, dass er mit dem Hauptgebäude der Alice-Salomon-Schule baulich verbunden werden kann. Damit, so freut man sich im Landratsamt, könne auch der Campus-Charakter aufgewertet werden.

Das Wichtigste ist aber, dass auf diese Weise der zusätzliche Raumbedarf am Berufsschulstandort Hechingen (den die Kreisverwaltung auf annähernd 2300 Quadratmeter beziffert) gedeckt werden kann. Das Landratsamt greift mit dieser Planung auch einen Vorschlag von Alice-Salomon-Rektor Karl-Heinz Rauch auf. Der Schulleiter hatte in der Anhörung darauf hingewiesen, dass es wichtiger wäre, in Hechingen (wie bereits in Albstadt und Balingen) einen Campus für den fusionierten Schulstandort zu schaffen, anstatt in räumliche Trennung zu investieren. Ein Neubau am Schloßberg wäre das kostspieligste Vorhaben im Rahmen eines Investitionspaketes, das insgesamt rund 35 Millionen Euro umfasst. Auf 4,1 Millionen Euro ist ein weiterer Neubau am Standort Albstadt projektiert. Dazu kommt ein ganzes Bündel an Sanierungsmaßnahmen an allen drei Standorten, von denen gut fünf Millionen Euro auf die beiden Hechinger Schulen entfallen.

Diese sollen, wenn sich der Kreistag in seiner Sitzung am kommenden Montag, 23. Juli, mit dem jetzt vorliegenden Bau- und Raumkonzept einverstanden zeigt, voraussichtlich zum Schuljahr 2019/2020 – nämlich dann, wenn Karl-Heinz Rauch seinen Ruhestand antritt – fusioniert werden. Gebaut werden soll nach den Vorstellung des Landratsamtes innerhalb von zwei bis drei Jahren, nachdem der Auftrag an die Objektplanung erteilt sein wird.

In Balingen ist man zuversichtlich, die 35 Millionen Euro nicht komplett selber stemmen zu müssen. Die Kreisverwaltung hofft auf einen Landeszuschuss von 30 Prozent und auf weitere 30 Prozent Fördermittel aus einem kommunalen Sanierungsfonds.

Auch Zentrum am Fürstengarten ist wieder Thema

Um 18 Uhr im Landratsamt tagt der Kreistag am kommenden Montag, 23. Juli. Die Fusion der Beruflichen Schulen an den Standorten Albstadt und Hechingen ist Punkt 6 der umfangreichen Tagesordnung.

Auch Punkt 7 ist aus Hechinger Sicht sehr interessant. Es handelt sich um den Baubeschluss für den vierten und letzten Bauabschnitt im ehemaligen Krankenhaus, dem Zentrum am Fürstengarten. 4,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Geplant sind im Wesentlichen der Abriss des Westflügels im Herbst dieses Jahres, die Erneuerung der Heizungsanlage für das gesamte Zentrum und die Herstellung der Außenanlagen.

Einen Nachmieter für die orthopädische Praxis von Dr. Wilfried Gfrörer, der bekanntlich in die Frauengartenstraße umzieht, hat der Landkreis inzwischen gefunden. Es handle sich um einen niedergelassenen Allgemeinmediziner. Das sei der Stadt Hechingen mitgeteilt worden und werde von dieser begrüßt, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Kreistag.

Zum Neubau einer Apotheke auf dem Gelände, den der Bisinger Apotheker in Eigenregie erstellen wird, hat der Landkreis jetzt neue Details bekanntgegeben. Eine Nutzfläche von 310 Quadratmetern soll der Apotheke zur Verfügung gestellt werden – dort, wo jetzt noch der Westflügel steht und wo gleich nebenan eine Bushaltestelle geschaffen werden soll. Nächstes Jahr soll gebaut
werden können. hy

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