Hechingen Schulbau in Ruanda schreitet voran

SWP 05.11.2013
Der Schulbau im Kinder-brauchen-Frieden-Kinderdorf in Ruanda macht große Fortschritte. Drei Mitglieder der Hechinger Hilfsorganisation sind derzeit vor Ort, um die weiteren Bauarbeiten zu planen.

Nach der Baugenehmigung im Juni kommt das Bauprojekt in riesigen Schritten voran. Doch immer noch benötigt der Verein dringend Spenden und Unterstützung für den letzten Bauabschnitt und um den Schulbau abschließen zu können. Doch die Fortschritte sind mehr als erfreulich. Mit Frédéric Loye, Achim Deuble, dem 2. Vorsitzenden des Vereins, und Dr. Michael Wagner reisten Ende Oktober drei Kinder-brauchen-Frieden-Mitglieder in das Kinderdorf, um mit den Verantwortlichen vor Ort den weiteren Fortgang und die Durchführung des Baus zu planen.

Gänzlich begeistert kam Frédéric Loye bereits von seiner Projektreise im Juli aus Kigali, Ruanda zurück. Er berichtete von einer sehr sauberen Baustelle und dem Wachstum der Schule, das man täglich beobachten kann. "Bald kann man die Schule in Betrieb nehmen."

Schon Mitte Juli waren die Fundamente fertig. Oberhalb des Kinderdorfes entsteht eine Sekundarschule mit neun Klassenräumen, sanitären Anlagen, einer Bibliothek und einem Computerraum. Dort werden nach Beendigung des Baus 300 Jugendliche eine Chance auf eine ausgezeichnete Bildung bekommen. Für einige Kinder ist dieser Schulbesuch die einzige Hoffnung, um dem vorprogrammierten Elend zu entkommen.

Besonders wichtig war den Mitarbeitern von Kinder brauchen Frieden, dass "unsere" Kinder, die Waisenkinder aus dem Kinderdorf, in der Nähe ihres Wohnortes weiterhin zur Schule gehen können. Die Sekundarschule wird zwei berufliche Profile anbieten, zwischen denen die Schülerinnen und Schüler wählen können. Möglich wurde diese Entwicklung nur durch die Unterstützung zahlreicher Spender. Einen ganz besonderen Dank richtet der Verein im Namen der Kinder an alle, die dieses Projekt mit unterstützt haben. Immer wieder zeigten die Jugendlichen des Kinderdorfes unglaublichen Dank, wenn sie hören, dass Schüler aus Deutschland große Solidarität mit ihnen zeigen und zum Beispiel Sponsorenläufe organisieren, berichtet Frédéric Loye.

So zufriedenstellend der Besuch des Kinderdorfes und der Schulbaustelle ist, so bedrückend wird bei dem derzeitigen Ruanda-Besuch die Hilfslieferung im Flüchtlingslager an der Grenze zum Kongo in Kibuye sein: Tausende von Menschen auf der Flucht, verjagt und geflüchtet vor der Gewalt derer, die aufgrund ihrer Waffen die Macht übernommen haben, Angst um das eigene Leben und die ständige Sorge, ob sie heute noch etwas zu essen ergattern können. Die ärmsten der Armen sind hier die Kinder, die keine Eltern mehr haben. Sie haben keine Chance, sich gegen Erwachsene durchzusetzen. Zum Teil kümmern sich Zwölfjährige um ihre kleineren Geschwister und gehen bei den Essensausgaben immer wieder leer aus.

Hier hilft Kinder brauchen Frieden mit einer Maismehl- und Bohnenration, insgesamt 2,7 Tonnen, werden von Kigali nach Kibuye transportiert, um genau diese Waisenkinder mit Lebensmittel zu versorgen. Übergeben wird die Nahrungsmittelration an den Pfarrer von Kibuye, der sich um die Waisenkinder im Flüchtlingslager kümmert. Auch hier wird immer noch jeder Euro dringend gebraucht, um diesen Kindern, eine Überlebenschance zu geben.

Info Wer den Schulbau in Kigali (Verwendungszweck "Schule") oder die Lebensmittellieferung nach Kibuye (Verwendungszweck "Flüchtlingslager") unterstützen möchte, kann seine Spende auf das Spendenkonto von Kinder brauchen Frieden e. V. bei der Sparkasse Zollernalb, Kontonummer: 79234 034, Bankleitzahl: 653 512 60 überweisen.