Das gibt das Land Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung bekannt. Vor einigen Jahren wurden Mitglieder von „Black Warriors“ auch im Zollernalbkreis dingfest gemacht und dem Richter vorgeführt.
„Zweck und Tätigkeit der ‚Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen‘ läuft den Strafgesetzen zuwider, von der Gruppierung gehen schwerwiegende Gefahren für Leib, Leben und Eigentum Einzelner aber auch für die Allgemeinheit aus“, sagte Innenminister Thomas Strobl in diesem Zusammenhang.
„Deshalb haben wir den Verein samt seinen Teilorganisationen verboten und seine Auflösung angeordnet. Bereits im März dieses Jahres sind wir konsequent gegen eine ähnliche Gruppierung im Raum Heidelberg eingeschritten. Wir tolerieren keine kriminellen Aktivitäten von Rockern und auch nicht, dass Konflikte aus diesem Milieu bei uns mit Gewalt offen ausgetragen werden“, fügte er in der Pressemitteilung des Landes an.

Durchsuchungen in der Region

Im Zuge eines vereinsrechtlichen Verbotsverfahrens gegen die Rockergruppierung „Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen“ haben laut Innenministerium in den Morgenstunden des 14. Juli Durchsuchungen in einem Clubheim im Regierungsbezirk Tübingen sowie bei zwölf Funktionären und Mitgliedern in den Regierungsbezirken Tübingen, Freiburg und Stuttgart stattgefunden.
Das Verbotsverfahren beruhe maßgeblich auf Ermittlungen des Polizeipräsidiums Ravensburg. Beteiligt seien zudem neben den Regierungspräsidien Tübingen, Freiburg und Stuttgart sowie dem Polizeipräsidium Ravensburg und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg auch das Polizeipräsidium Konstanz sowie das Polizeipräsidium Einsatz gewesen. Insgesamt waren rund 150 Beamtinnen und Beamte der Polizei im Einsatz.

Historie der rockerähnlichen Gruppierung

Bei dem „Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen“ handelt es sich nach Auskunft des Innenministeriums um eine im Jahr 2012 gegründete, vorwiegend in der Bodenseeregion aktive rockerähnliche Gruppierung.
Der Hauptzweck der „Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen“ liege, wie es für solche Vereinigungen typisch sei, in der gewalttätigen Machtentfaltung und Selbstbehauptung innerhalb der Rockerszene sowie der Erwirtschaftung krimineller Gelder.
Die eigenen Ziele werden „regelmäßig mit Hilfe von Körperverletzungs- und Nötigungsdelikten deutlich gemacht und durchgesetzt“, wie es das Land Baden-Württemberg formuliert.

Mitglieder teils auch im Zollernalbkreis

In den letzten Jahren sind nach Auskunft des Innenministeriums der „Black Warriors MC Germany Chapter Sigmaringen“ und seine Teilorganisationen „Black Warriors MC Chapter Überlingen“, „Black Warriors MC Chapter Nomads“ und „Black Army Germany“ mit einer erheblichen Anzahl von Straftaten in Erscheinung getreten, „insbesondere mit einem schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln sowie einer schweren Brandstiftung“, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Ein paar Mitglieder gab es vor einigen Jahren auch im Zollernalbkreis. Im April 2014 beispielsweise verbuchte die Polizei einen Fahndungserfolg gegen vier Rocker in Tailfingen. Manche davon kamen mit Geldstrafen davon, andere wanderten für Jahre in den Knast.

„Gefährliche Ziele ausschalten“

An allen vorweg genannten Straftaten haben, so das Innenministerium weiter, Führungsfunktionäre der Vereinigungen mitgewirkt. Einzelne Funktionäre und Mitglieder sind inzwischen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Mit dem jetzigen Vereinsverbot sollen nicht einzelne kriminelle Aktivitäten geahndet, sondern die Gruppierungen wegen ihrer generell und permanent gefährlichen Ziele auf Dauer ausgeschaltet werden, merkt das Innenministerium darüber hinaus an.