Bereits seit dem 20. September ist der „Meilenstein für die Infrastruktur der Gemeinde Hirrlingen“, die Bietenhausener Straße, wieder für die Auto- und Lastwagenfahrer befahrbar. Die symbolische Verkehrsfreigabe erfolgte nun etwas später, am gestrigen Freitagnachmittag. Der Tübinger Landrat Joachim Walter und Hirrlingens Bürgermeister Christoph Wild schnitten gemeinsam mit dem örtlichen Gemeinderat das rot-weiße Band der Straßensperrung, das eigens für die Veranstaltung aufgestellt wurde, postum durch.

Zu diesem „sehr erfreulichen Anlass“, wie Wild betonte, waren auch die beteiligten Handwerksfirmen und Planer, unter anderem Christopher Dekrell, Sachgebietsleiter für das Straßenamt beim Landratsamt Tübingen, sowie Dennis Ströbele anwesend. Landrat Walter lobte die gute Arbeit der Akteure. Das habe auch dazu geführt, dass die Modernisierung so schnell über die Bühne gegangen war und zwei Monate früher fertig waren als geplant.

Projekt wurde für die Gemeinde Hirrlingen güngstiger

So habe die Gemeinde den Bürgern weniger Lärm zugefügt. Außerdem wurde das Projekt noch günstiger: Statt rund einer Million Euro, fielen am Ende für die Kommune „nur“ 900 000 Euro an und damit 50  000 Euro weniger. Der Landkreis Tübingen beteiligte sich mit 740 000 Euro, denn die Bietenhausener Straße, auch Kreisstraße 6944 genannt, war Bestandteil im Straßenbelagsprogramm des Landreises.

Verkehrssicherheit ist nun gegeben – Weitere Vorhaben wie Glasfaserrohre umgesetzt

Seit April wurde die Bietenhausener Straße bis zur Kreisgrenze in Richtung Bietenhausen saniert. Die Umleitung erfolgte großräumig über Ranngendingen und sei, so der Landrat, anfangs nicht gut angenommen worden, was man im Großen und Ganzen aber überstanden habe. Nun ist die Verkehrssicherheit auf der maroden Straße und den Gehwegen wieder hergestellt.

Daneben gab es weitere Projekte, die die Gemeinde und der Landkreis mit der Reparatur der Fahrbahn auf einer Straßenlänge von 1,2 Kilometern verknüpften. „Wir können wirklich sagen, dass wir viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen haben“, sagte Christoph Wild. So wurden auch die Trinkwasserversorgungsleitungen an dem Standort erneuert. Das 250 Meter lange Leitungsnetz stammte noch aus Mitte der 1950er-Jahre. 400 Meter der Abwasser-Kanäle wurden ausgetauscht. Auch diese wiesen jenen Ursprungsjahresbereich auf. Das Material wurde Wild zufolge auf dimensioniert: Früher betrug der Durchmesser der Abwasser-Kanäle 300 bis 400 Millimeter, nun sind es 400 bis 600 Millimeter.

„Grundzüge des schwäbischen Schultes“

Für Bürger sei es nur von Vorteil, wenn solche alten Leitungen ausgetauscht werden, befand Hirrlingens Bürgermeister, denn dadurch nehme die Qualität des Gemeindewassers zu und die Abwasser-Kanäle seien auch für extreme Wettereinflüsse gut gewappnet. Zudem wurden die Lehrrohre für den Breitbandausbau verlegt.

Die Laternen auf der Bietenhausener Straße wurden ausgetauscht und die Fahrrad- sowie Fußgängerstruktur von inner- nach außerorts mit einer Querungshilfe für die Radler verbessert. Darin sieht der Landrat auch die „Grundzüge des schwäbischen Schultes“, der das ganze formal so geschickt aufzog, dass der Landkreis Tübingen Letzteres zahlte. Aber es gebe ja auch die Kreisumlage, an der sich Hirrlingen beteilige und damit andere Projekte unterstütze. Von daher sei das also schon in Ordnung, betonte Walter.

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