Rangendingen Sängerbund setzt auf starke Gemeinschaft

Rangendingen / ks 03.09.2018
Der Sängerbund Rangendingen blickt auf 175 Jahre bewegte Geschichte zurück. Eine Ausstellung im Heimatmuseum erzählt davon.

Dutzende Bilder, Urkunden, von Hand geschriebene Notenblätter, amüsante Zeitungsberichte aus der Gründungszeit, Protokoll- und Kassenbücher: Über die 175-jährige Vereinsgeschichte des Sängerbundes Rangendingen gibt es so viel zu berichten, dass sich sogar eine Ausstellung im Heimatmuseum mit der Chronik beschäftigt. Zur Vernissage am Freitagabend kamen rund 50 Gäste, unter ihnen der Chorverbandsvorsitzende  des Sängerbezirks Zollernalb, Michael A. C. Ashcroft, und die Ehrendirigentin des Sängerbundes, Anneliese Schmid.

Starke Jugendarbeit

Irgendwie fühlte man sich in die Gründungszeit ins Jahr 1843 zurückversetzt, als sich der kleine, aber feine Männerchor aus den Reihen des gemischten Chors formierte und unter dem Dirigat von Michael Binder typische Männerchorlieder wie „Das Morgenrot“, „Nach der Heimat kam ich wieder“ und den „Abendfrieden“ sang. „Genau so ein Bild und solch ähnliche Lieder müssten es gewesen sein, die unsere Gründungsväter vor 175 Jahren sangen“, meinte Sängerbund-Vorsitzender Armin Glatz in seinem Grußwort, und sagte weiter: „Neben dem Feiern ist es auch wichtig zurückzublicken, nachdenklich zu sein und in alten Erinnerungen zu schwelgen.“

Der Sängerbund-Chef unterstrich, dass im Verein alle gleich und wichtig seien. „Nur weil wir gemeinsam stark sind, können wir auch Dinge bewegen“, betonte der Vorsitzende und fügte hinzu: „Die Gemeinschaft war in allen 175 Jahren immer sehr wichtig. So soll es auch weiterhin sein.“

Danach lauschten die Besucher der von Michael Wild, Konstantin Stauß und Walter Heilig  aufbereiteten Vereinsgeschichte, die 1843 ihren Anfang nahm. Wild, Stauß und Heilig waren es, die in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen Heimatverein die Schau im Mahles Haus auf die Beine stellten. 175 Jahre, so Walter Heilig, sei viel mehr als nur ein erfolgreiches Wirken im Dienste kultureller Einrichtungen. „Alle Sängerinnen und Sänger waren und bleiben Geber und Nehmer höchster geistiger Werte, die der Mensch zu seinem Dasein gerade in der heutigen Zeit notwendig braucht“, sagte Konstantin Stauß. Den Jubiläumsverein bezeichneten die drei als einen „wichtigen Kulturträger“.

„Wir wissen nicht genau, was unsere männlichen Vorfahren in den Jahren 1830 bis 1845 bewogen hat, diesen Gesangverein zu gründen. Wir wissen auch nicht, ob es schon in Zeiten zuvor im bürgerlichen Leben gemeinsam gesungen wurde. Vielleicht hat sie ja der kirchliche Chorgesang, den es seit 300 Jahren in Rangendingen gibt, so fasziniert, dass das Bedürfnis vorhanden war, hier gleichzuziehen“, mutmaßte Michael Wild über den ältesten Verein im Ort. Schriftstücke aus der Gründerzeit gibt es keine – lediglich Fotos und eine Notiz im Gemeindeprotokollbuch unter dem Datum 28. Dezember 1843. Drei Jahre später folgte die Anschaffung einer Vereinsfahne, die ebenfalls im Mahles Haus ausgestellt und eine Dauerleihgabe an den Heimatverein ist.

Erst ab 1901 lässt sich die Chronik detailliert nachvollziehen. Im Jahr 1952 wurde aus dem reinen Männerchor unter Dirigent und Lehrer Josef Witzigmann dann ein gemischter Chor. Die Jugendarbeit blühte in den 50er-Jahren auf. Heute darf der Verein gleich mehrere Schüler- und Jugendchöre sein Eigen nennen. Parallel zum großen Jubiläum feiert der Junge Chor „Voice mr’s“ sein 30-jähriges Bestehen.

Sämtliche Sängerbund-Chöre, vom Bambinichor der Singschule, dem Schülerchor, dem erst kürzlich neu gegründeten CoCo-Jugendchor, den „Voice mr’s“ bis hin zum gemischten Chor –  hinter all diesen Chören steht ein Mann: Dirigent Michael Binder. Walter Heilig brachte es am Schluss seiner Ausführungen auf den Punkt: „Mit unserer sehr guten Jugendarbeit legten wir einen Grundstein für den Erhalt des Sängerbundes. Um die Zukunft muss es uns nicht bange sein.“

Info Die Ausstellung im Rangendinger Heimatmuseum ist noch an folgenden Sonntagen geöffnet: 9. September (Kastanienfest Sängerbund), 23. September und 7. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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