Hechingen / SWP Die Mundharmonika-Gruppe begeisterte ihr Publikum im Hechinger Pflegeheim St. Elisabeth.

Es ist schon liebgewordene Tradition, dass einmal jährlich professionell gespielte Mundharmonika-Melodien im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth erklingen.

In der vollbesetzten Cafeteria des Hauses war eine altbekannte Eröffnungsmelodie zu hören und viele Bewohner wussten sogleich: Es ist wieder soweit – Sigis Goschehobler sind wieder da. Eine Abordnung von 13 Musikern der Mundharmonika-Gruppe von der VHS-Balingen unter der Leitung von Sigrid Vetter-Gulde wurde von der Sozialen Betreuung St. Elisabeth begrüßt.

Woher der Name Sigis Goschehobler stamme? „Goschehobler“ sei die schwäbische Bezeichnung für Mundharmonika und „Sigi“ sei daraus geworden, weil sie selbst mit Spitznamen Sigi heiße – so die Erklärung der Dirigentin für die neu hinzugekommenen Bewohner des Hauses.

Humorvoll erläuterte Sigrid Vetter-Gulde: „Mundharmonika spielen ist eigentlich ganz einfach. In die Löcher reinblasen oder ziehen, Schieber drücken und schon erklingen Töne.“ Alle Musiker haben erst im Erwachsenenalter das Mundharmonikaspiel erlernt. Manche sogar bei Helmuth Herold aus Trossingen, der ein bedeutender Interpret und Lehrmeister der Mundharmonika war. „Die Mundharmonika-Gruppe tritt gerne in Seniorenheimen auf, weil wir zeigen wollen, was wir können und uns über die Sangesfreude der Senioren freuen“, so Sigrid Vetter-Gulde weiter. Das diesjährige Programm war wieder sehr abwechslungsreich gestaltet und stand unter dem Motto: „Schaffe, schaffe, Häusle baue“.

Volkstümliche Musik zum Mitsingen und Zuhören führte durch die breitgefächerte Welt der Berufe wie zum Beispiel dem Seemann, Soldat, Schmied und der Sekretärin. Mit Liedern wie „Die Fischerin vom Bodensee“, „Ein Jäger aus Kurpfalz“, „Das arme Dorfschulmeisterlein“ wurde das Publikum durch die berufliche Vielfalt geführt und zum Mitsingen animiert. Zwischendurch erfuhren die Anwesenden von Sigrid Vetter-Gulde Wissenswertes. So erklärte sie, dass „Der „Steigermarsch“ auch heute noch bei der Arbeit in den Bergwerken gesungen wird. Und das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ ist zuerst als Gedicht entstanden, bevor es 50 Jahre später vertont wurde.

Die Freude über diesen kurzweiligen, tollen Musiknachmittag war auch an den strahlenden Augen der Anwesenden sichtbar. Mit dem Lied „Der alte Schäfer“ verabschiedete sich die Gruppe und betonte: „Wir blieben gerne noch, aber irgendwann endet auch der schönste Nachmittag.“ Die Mundharmonikaspieler freuen sich schon auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.