Stein Römerfest steht auf der Kippe

Gernd Schollian macht sich Sorgen um den Fortbestand des Römerfestes.
Gernd Schollian macht sich Sorgen um den Fortbestand des Römerfestes.
Stein / SWP 25.08.2012
Durch die Hitzewelle zählte der Förderverein Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein beim Römerfest nur knapp 4000 Besucher.

Seit 1991 bei allen Römerfesten vom Wettergott stets verwöhnt, erfuhr der Förderverein Römisches Freilichtmuseum in diesem Jahr einen herben Rückschlag. Nur knapp 4000 Besucher wurden gezählt. "Wir gingen davon aus", so Vorsitzender Gerd Schollian, "dass mit dem Thema ,Hochzeit in der Römervilla, das bisher in dieser Art noch nirgendwo zum Vortrag kam, und auch mit einem entsprechenden Aufgebot an Darstellern der Römer-und Alemannenepoche, wieder rund 10000 bis 12000 Gäste nach Stein kommen werden".

Aber ausgerechnet an dem Römerfest-Wochenende (18. und 19. August) wurde eine bisher noch nie erreichte Hitzewelle verzeichnet. "Man könne es selbst eingefleischten Römerfans daher nicht verübeln, wenn sie - trotz des verlockenden Themas - das Schwimmbad oder einem Schattenplatz im Garten der Anreise nach Stein vorgezogen haben", so Schollian. Den Besucherzahlen entsprechend gering waren die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und vor allem die Umsätze in den Speisen- und Getränkezelten und in den Verkaufsbuden.

Ausgerichtet auf bis zu 12000 Gäste, sitzt der Verein nun auf einem ganzen Berg nicht verkaufter Artikel, die im Verlauf der restlichen Saison kaum noch an den Mann gebracht werden können. Der vorhandene Bestand an rund 1000 roten Würsten, gut verpackt und eingefroren, soll nun zum halben Einkaufspreis Vereinen, die noch ein Fest in den nächsten Tagen und Wochen durchführen, zum Erwerb angeboten werden. Kinder kommen in den Vorzug, bei ihrem Besuch im Freilichtmuseum äußerst günstig Speiseeis schlecken zu können.

Ein finanzieller Überschuss ist daher in diesem Jahr aus dem Römerfest nicht zu erwarten. Dabei ist der Förderverein zur Bewältigung seiner Aufgaben und zum Fortbestand seiner Existenz so dringend auf solche Einnahmen angewiesen ist.

Ohne das erbrachte starke ehrenamtliche Engagement von Mitgliedern und Bürgern Steins hätte man, so Schollian, einen erheblichen Verlust eingefahren, übrigens zum ersten Mal seit 1991. Es sei nun ein Grund mehr vorhanden, sich ernsthafte Gedanken über Sponsoring zu machen. Die Frage sei, ob eine Großveranstaltungen dieser Art ohne Unterstützung von Sponsoren künftig durchgeführt werden kann. Schollian ist davon überzeugt, dass nicht nur die Fans, die seit Jahren aus allen Teilen Deutschlands, ja sogar aus Übersee anreisen, ein Ende der Römerfeste sehr bedauern würden.

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