Sie sind vielen noch in guter Erinnerung: die legendären Bockbierfeste, die der Musikverein „Eintracht“ in der Junginger Festhalle hat steigen lassen. Bands wie „Face“ oder „McSunday“ brachten die Halle zum Beben.

An diese unvergessene Ära hat der Musikverein mit einem neuen, frischen Konzept erfolgreich anknüpfen können: die erste „Junginger Band-Night“ lockte am Samstag hunderte Besucher in die Festhalle. Die Bands und ihr Bühnenprogramm waren bei dieser „Rockbierfest“-Premiere so überzeugend, dass jetzt schon alles nach einer Wiederauflage ruft. Die große Besonderheit des Abends bestand nicht zuletzt darin, dass alle teilnehmenden Bands einen Bezug zu Jungingen haben.

Die Organisation lief bereits seit Beginn des Jahres – am Samstag war es dann endlich soweit. Fünf Bands sollten sich jeweils eine Stunde lang in unbekannter Reihenfolge präsentieren. Doch schon am Eingang der Turnhalle kam mancher Besucher ins Stutzen, als er vom kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfall der planmäßig ersten Junginger Band „Lieder á la Carte“ erfuhr. „Aber wir haben vollstes Verständnis“, äußerte sich Daniela Endreß vom Vorstand des Musikvereins. Familie gehe selbstverständlich vor. Die Bandmitglieder hätten sich die Entscheidung auch nicht leicht gemacht.

Die Gruppe „WhyNot!?“ erklärte sich spontan bereit, das Opening für die Veranstaltung zu übernehmen. Doch zunächst wurde der Abend offiziell eröffnet von Simon Diez, Vorstand des Musikvereins und Moderator des Abends, der die Besucher begrüßte und die Bands vorstellte.

Dann hieß es: „Bühne frei und los!“ Die unverzerrten Klänge von „WhyNot!?“ mit Oliver Simmendinger an der Gitarre und Johannes Scheu am Keyboard und Stücken wie „Stumblin In“ oder „Yellow River“ wurden vom Publikum mit viel Applaus belohnt. Das eine oder andere Tanzpaar zog es auf die Tanzfläche. Beim letzten Song „Proud Mary“, der schon etwas rockiger daherkam, war deutlich zu spüren: Die Besucher sehnten sich nach Rock!

Und den sollten sie auch bekommen: Nach einer kurzen Umbaupause betraten als zweite Band des Abends die „Long Legged Liars“ die Bühne und zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Als einzige Band mit eigenen Stücken überzeugten die „Liars“ womöglich nicht alle, aber gewiss einen Großteil des Publikums mit ihrer sehr besonderen qualitativ hochwertigen Musik, mehrstimmigem Gesang und gitarrenintensiven Klängen. Der Tanzbereich vor der Bühne war gut gefüllt und das Publikum forderte lautstark Zugaben.

Als „Free Generation“ auf die Bühne kam, war die Festhalle mit zirka 350 Besuchern gut gefüllt. Die Band mit der klassischen Besetzung Gitarre, Schlagzeug, Bass hat eine echte Rockröhre aufzubieten: Natalie Kleinmeier, die Sängerin der Band, zog nahezu alle Besucher in ihren Bann. Free-Generation-Gitarrist Martin Lechner und die anderen Bandmitglieder beeindruckten nicht weniger. Mit Songs wie „Whole Lotta Love“ und „Teenage Dirt Bag“ heizten sie die Stimmung weiter an.

Nach über einer Stunde und einigen Zugaben wurde „Free Generation“ wieder von „WhyNot!?“ abgelöst. Bei diesem zweiten Auftritt des Abends zeigte die Band zur Überraschung vieler ihr etwas anderes Gesicht. Gleich  der Titel „Let Me Entertain You!“ war Programm und die Band präsentierte eine musikalische Mischung aus deutschen und  englischen Titeln, die offenbar genau den Nerv des Publikums traf. Hier war wirklich für jeden was dabei, was zum laut Mitsingen, was zum Tanzen. Die Ärzte, die Toten Hosen, Billy Idol und Greenday: Oliver Simmendinger, nicht nur Gitarrist und Sänger, sondern auch Mitorganisator der Band-Night, hatte gemeinsam mit seinen Mitstreitern bei bei „WhyNot!?“ alle Hände voll zu tun. Mit der Zugabe, einem „Best of Rock“-Medley, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt des Abends.

Genau der richtige Zeitpunkt für die sechs Männer der Formation „Sixx – Status Quo and more Tribute Band“. Die hervorragenden Musiker begeisterten das Publikum mit ausgewählten Sahnestücken aus dem großen Repertoire von Status Quo. Die rockigen und verzerrten Gitarrenklänge, unterstützt durch wuchtige Drums und fetten Bass, begleiteten Sänger und Showman Philip Reinhard durch den Abend. Da durften Songs wie „In The Army Now“ oder „Whatever You Want“ nicht fehlen. Die Band hielt die Stimmung bis zum Ende der Veranstaltung auf höchstem Niveau. Gegen 1.30 Uhr verabschiedete sich „Sixx“ mit viel Applaus vom Publikum und setzte damit gekonnt den Schlusspunkt unter die erste Junginger Band-Night.

Während der Abbauarbeiten von Bühne und Technik tummelten sich noch etliche Besucher an der Bar und in der Halle, um dieses tolle Rockbierfest nachwirken und ausklingen zu lassen.

Sowohl seitens der Bands als auch seitens des Musikvereins „Eintracht“ Jungingen blickte man am Morgen mit großer Zufriedenheit auf eine äußerst gelungene Veranstaltung zurück. Alice Feck, Vorstand des Musikvereins, bedankte sich bei allen Helfern und Mitgliedern, die durch ihren Arbeitseinsatz das Fest erst möglich gemacht haben.

Ob es eine zweite Junginger Band-Night geben wird, ist noch ungewiss. Aber die Vorzeichen dafür stehen sehr gut.

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Mal feierte der MV „Eintracht“  sein Bockbierfest in der Junginger Festhalle. Die Veranstaltung, die viele Jahre zu den größten Publikumsmagneten zählte, wurde 2016 eingestellt.