Das „Familienensemble Glückler“, so Schulleiterin Alexandra Gruler-Baeck in ihrer Begrüßung, bestehend aus Franz Glückler (Erzähler), Vera Glcükler (Querflöte, Altflöte, Piccolo) und Oliver Glückler (Gitarre) entführte die Kinder der vierten Klassen mit „Jorinde und Joringel“ in die Märchenwelt.

Es ist ein etwas ungewöhnliches Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Es gibt weder drei Königstöchter oder -söhne, noch arme oder reiche Eltern. Über die Herkunft des Liebespaares Jorinde und Joringel ist nichts zu erfahren und auch nichts über irgendwelche Vermögensverhältnisse. Dafür aber erfährt man sehr bald, dass sie „einander sehr zugetan sind“, es sich bei den beiden um ein Liebespaar handelt. Eigentlich ist das ganze Märchen ein hohes Lied der Liebe.

Jorinde und Joringel geraten in die Fänge einer Hexe, die das Mädchen in eine Nachtigall verwandelt, deren Gesang, auch hier zeigte Vera Glückler einmal mehr ihr Können, ihrem Geliebten immer wieder den Weg weist. Der Zauber der Hexe lässt den jungen Mann jedoch erstarren. Nur die Liebe zu seiner Angebeteten verhindert, dass Joringel ganz zu Stein wird. „Die Liebe gab ihnen Kraft nicht aufzugeben“. Joringel kommt frei, macht sich auf die Suche nach einer besonderen Blume, die den Zauber der Hexe bannen kann. Nach vielfältigem Bemühen wird er fündig und kann letztendlich alle von der Hexe Gefangenen befreien. Dabei handelt es sich in aller Regel um Liebespaare.

Das Ehepaar, „Duo Olivera“, Vera und Oliver Glückler, beide  mit überaus fundierter Ausbildung und umfangreicher Erfahrung auf verschiedenen Bühnen in diversen Orchestern und Ensembles hatte für die kurzen Stücke zwischen den Textpassagen Kompositionen von Manuel de Falla, Edvard Grieg, Marin Marais, Béla Bartòk, Franz Joseph Gossec, Francisco Tarrega und Fernando Sor ausgewählt. Und zwar immer die Stimmung in den Textpassagen wiederspiegelnd. Ob bedrohlich, fröhlich, heiter oder ernst – Text und Musik bildeten eine in sich absolut stimmige Einheit. Gleichzeitig verdeutlichten Bilder, geschaffen von Jürg Obrist, das, was Musik und Erzähler zu Gehör brachten. Franz Glückler, ehemals Rektor der Hechinger Realschule, verlieh dem Geschehen im Märchen mit sonorer Stimme und entsprechender Variation in Lautstärke, Sprechweise und Betonung eine eindrucksvolle Lebendigkeit.

Die Kinder applaudierten lautstark und zeigten sich geistert. Während des „märchenhaften“ Märchen-Konzerts hörte man nur die Musik und den Erzähler, sonst nichts. Eine Dreiviertelstunde war absolute Ruhe, nur zuhören, angesagt. Dafür bedankte sich das Familienensemble Glückler seinerseits bei den Kindern mit Beifall.