BENEFIZKONZERT Rechnung geht auf

BERND ULLRICH 28.10.2014
Das Wagnis, ein Konzert mit riesigem Spektrum zu machen, kann gelingen. Muss aber nicht. Beim Benefizkonzert der Musikschule Steinemer für die Mukoviszidose-Ambulanz ging die Rechnung großartig auf.

Dr. Joachim Riethmüller, der Leiter der Muskovizidose-Ambulanz in Tübingen, sprach beim Benefizkonzert im Hohenzollernsaal der Sparkasse über die unheilbare Krankheit und deren Symptome. Es sei gelungen, innerhalb des vergangenen Vierteljahrhunderts die Lebenserwartung der betroffenen Menschen von 18 auf 42 Jahre zu erhöhen. "Bitte behalten Sie Ihr Engagement und Spendenfreudigkeit bei", bat er die Anwesenden, sei man doch für weitere Forschung und Patientenbetreuung für jede Zuwendung dankbar.

Den musikalischen Auftakt der Veranstaltung gestalteten Schüler der Musikschule Steinemer. Werke von Händel (Querflöten), den Beatles (Gitarre), Yirumi (Klavier), Luigi Einaudi (Klavier) und eine Eigenkomposition wurden gespielt und mit großem Beifall quittiert. Das war kein Höflichkeitsapplaus, sondern Anerkennung für wirklich gute Leistungen.

Nach der Pause spielte Anne-Katrin Koch, Lehrkraft an der Musikschule und Tochter des Ehepaares Steinemer, eine Brahmskomposition, um im Anschluss daran zusammen mit Karin Erhardt im Duett gefühlvoll "The Rose" zu präsentieren. Südliches Flair pur vermittelte Nikos Hatziliadis mit seiner Buozouki. Begleitet von einem Gitarrenspieler, entführte er die Gäste mit Gesang und Musik nach Südosteuropa. Sein temperamentvoller Auftritt entpuppte sich als ansteckend und ließ die Zuhörer mitklatschen. Als Zugabe gab es die berühmte Sirtaki-Melodie. Hatte das Publikum schon vorher nicht mit Beifall gegeizt, lief es jetzt zur Hochform auf.

Durch Zufall hatten sich Dr. Rita Ziebach, Dr. Jürgen Lehman und Robert Steinemer getroffen und über die Besetzung einer musikalischen Einlage unterhalten. Daraus entstand ein Trio, das beim Konzert am Sonntag seinen absolut gelungenen Einstand gab. Rita Ziebach (Saxophon), Jürgen Lehmann (Kontrabass, Piano) und Robert Steinemer (Akkordeon, Cajon) präsentierten mit wechselndem Instrumentarium vier Kompositionen, darunter "Summertime" aus "Porgy und Bess" sowie das berühmte "Petite Fleur" von Sidney Bechet. Auch diese ungewöhnliche Instrumentierung entpuppte sich als echter Hörgenuss.

Damit nicht genug an Bandbreite musikalischer Darbietungen, traten zum Schluss drei Mitglieder der weit über lokale Grenzen hinaus bekannten Gammertinger Rockband "True Calling" auf. Die Band, die bereits als Vorgruppe bei Status Quo, den Scorpions und Nena auf der Bühne stand, servierte keinen harten Rock, sondern hatte drei Stücke, dem Anlass entsprechend, als Balladen arrangiert. Linus Mirko (Digital-Piano), Gianni Ulmer (Gitarre) und Markus Bekson (Gesang) überzeugten mit jedem Titel mehr. Großen Anteil am Erfolg hatte und hat zweifellos der Sänger, dessen markante und ausdrucksvolle Stimme ihresgleichen sucht.

Robert Steinemer, der kurzweilig durch das Programm geführt hatte, bedankte sich bei den Mitwirkenden, die alle unentgeltlich aufgetreten waren, und beim begeisterten Publikum fürs Kommen und erinnerte an das "hungrige Sparschwein" am Ausgang. Und waren die Gäste zuvor beim Spendieren von Beifall in Hochform gewesen, so erwiesen sie sich dem Vernehmen nach auch beim Spenden als großzügig.