Ein Lehrer der Realschule Schömberg hat am 1. April einen Aprilscherz in das interne Portal für Eltern und Schüler der Homepage der Realschule gestellt. Bei den Eltern kam das überhaupt nicht gut an. Zwischenzeitlich hat sich der Lehrer entschuldigt.

Die Schulleitung ist um Schadensbegrenzung bemüht. Unter dem Briefkopf der Schule war, überschrieben mit „Präparation zur Wiederbeschulung nach den Osterferien“, zu lesen, dass die Schulschließung nach den Osterferien ende. Man habe aber, da bisher keine Verbesserung der Lage in Aussicht sei, beschlossen, alle am Schulleben beteiligten Personen, also auch die Schüler, mit Mundschutz auszurüsten.

Die Kosten übernehme der Schulträger, heißt es in der Fake-Nachricht weiter. Man benötige aber „Ihre Kooperation bei der individuellen Anpassung des Mundschutzes“. Die Schüler bekämen ein fünfteiliges Mundschutzset, das „von einem regionalen Hersteller geliefert wird und sämtliche Qualitätsstandards erfüllt“.

„Den Kopfumfang des Kindes messen“

Die Eltern werden in dem Scherzbrief gebeten, den Kopfumfang des Kindes zu messen, ein Foto vom Mund-Nasen-Bereich und „eine grobe Schätzung des Speichelflusses (gering-normal-übermäßig), damit der Mundschutz mit dem entsprechenden Saugfilter ausgestattet werden kann“, zu senden.

Ausgesucht werden könne unter drei Farben „und gegen Aufpreis von 50 Cent pro Exemplar – neonfarben“.

Eltern-Kritik: „Solche Lehrer darf man nicht auf Kinder loslassen.“

Der Aprilscherz kam bei den Eltern nicht gut an. „Die Menschen leben weltweit in Angst“, schrieb ein Leser unserer Zeitung, der sich auch auf den Aufruf des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder berief. Dieser habe „öffentlich aufgefordert und darum gebeten, in dieser schwierigen Situation keine Witze und Scherze über Corona zu machen“. Und weiter: „Solche Lehrer darf man nicht auf unsere Kinder loslassen. Das ist eine absolute Unverschämtheit, in solch einer schweren Zeit.“

Rektor: „Wir waren alle überrascht und empört“

„Wir waren alle überrascht und empört“, erklärte Realschulrektor Uli Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe angeordnet, dass der Aprilscherz sofort wegkomme und der involvierte Lehrer eine Erklärung abzugeben habe. Er sei von einem Elternteil auf den Aprilscherz aufmerksam gemacht worden. „Wir haben sofort reagiert“, so Müller. Die Erklärung wurde dann auch ziemlich schnell veröffentlicht. Die Schulleitung sei weder beim Verfassen noch beim Verbreiten der Fake-Nachricht beteiligt gewesen, erklärte der Schreiber des Aprilscherzes. Er habe lediglich die Eltern und die Kollegen erheitern wollen, „weil ich der Meinung bin, dass man in einer solch prekären Phase den Humor nicht verlieren darf“.

Der Pädagoge hat sich rasch entschuldigt

Er habe erfahren, dass sein Aprilscherz Anlass zur Empörung und Sorge gewesen sei. Das sei nicht seine Absicht gewesen. „Sollte ich Ihre Gefühle verletzt, oder Sie durch das Schreiben unnötigerweise besorgt haben, so möchte ich mich für die bereiteten Unannehmlichkeiten in aller Form entschuldigen!“, schreibt der Pädagoge weiter.

Von der Bitte des Berliner Bundesgesundheitsministeriums, auf Aprilscherze zu verzichten, habe er erst später erfahren, beteuerte der Lehrer am Donnerstag.

„Ich bin sprachlos, ich wurde überrumpelt“, erklärte Schömbergs Realschulrektor Uli Müller. „Wir als Realschule Schömberg entschuldigen uns in aller Form bei jedem Betroffenen“, führte er weiter aus und nahm sein Kollegium in Schutz. „Da kann nur einer etwas dafür und nicht die gesamte Realschule“, so Müller.

Konsequenzen werden geprüft

Auch auf dem Schulamt ist man entsetzt über den Aprilscherz. „Das ist blanker Unsinn“, erklärte der leitende Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts Albstadt, Gernot Schultheiß. Man werde das nicht auf sich beruhen lassen. Im Augenblick würde zusammen mit den zuständigen Stellen des Tübinger Regierungspräsidiums geprüft, welche Konsequenzen dieses Handeln für den Lehrer habe.

Dieser Aprilscherz habe zu einer weiteren Verunsicherung von Schülern und Eltern beigetragen, so Schultheiß. Der Schömberger Schulleiter habe bereits ein ernstes Wort mit dem Verfasser geredet. Zugute hält er ihm, dass er sich schnell bei Eltern und Schülern entschuldigt habe.

In den vergangenen Tagen haben immer wieder Falschmeldungen für Aufregung gesorgt. So wurden jüngst beispielsweise Eltern durch einen gefälschten Brief verunsichert, in dem unter der Adresse des Stuttgarter Kultusministeriums irreführend berichtet worden war, die Sommerferien würden um zwei Wochen verkürzt.

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