Hechingen Raubüberfall im Prinzling: Täter vor Gericht

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Hechingen / MID 30.08.2012
Die Täter der Raubüberfälle im Hechinger Prinzling und in Weilstetten, die sich Anfang des Jahres ereigneten, stehen ab 6. September vor Gericht.

"Gemeinschaftliche besonders schwere räuberische Erpressung" lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen die vier Tatverdächtigen, die die beiden nächtlichen Raubüberfälle am 10. Januar im Hechinger Prinzling und am 11. Februar im Balinger Teilort Weilstetten begangen haben sollen. Die Verhandlungen am Landgericht Hechingen beginnen am Donnerstag, 6. September. Unter dem Vorsitz von Richter Anderer sind 17 Verhandlungstage angesetzt.

Von den vier Tatverdächtigen stammen drei aus dem Zollernalbkreis. Sie waren am 10. März im Zollernalbkreis und an der Schweizer Grenze festgenommen worden. Zwei der Männer im Alter von 18 und 22 Jahren sind bereits wegen Bandendelikten vorbestraft. Bei den Opfern handelt es sich um ortsansässige Schrotthändler. Der mutmaßliche Drahtzieher, ein 43- Jähriger, soll auch aus der Schrottbranche kommen und verfügte deshalb über großes Detailwissen.

Die Täter gingen bei den Überfällen mit außerordentlicher Brutalität vor. Im Hechinger Prinzling brachen zwei der Männer nachts gegen 3.30 Uhr in ein Wohnhaus ein und rissen einen 62-Jährigen und seine 55-jährige Lebensgefährtin aus dem Schlaf. Die maskierten Täter drohten den beiden mit einem Messer und einer Eisenstange. Die unter Schock stehenden Opfer händigten den Tätern einen sehr hohen Bargeldbetrag aus.

Die Räuber hatten offenbar ziemlich genau gewusst, wie viel Geld in dem Haus zu erbeuten ist. Anschließend fesselten sie ihre Opfer. Durch Schläge mit der Stange erlitt der 62-Jährige blutende Verletzungen.

Die zweite schwere Straftat, die dem ersten Überfall stark ähnelte, verübten die Beschuldigten dann am Samstag, 11. Februar, gegen drei Uhr in der Friedenstraße in Weilstetten.

Hier drangen die Räuber, wiederum maskiert und diesmal mit Pistolen bewaffnet, in ein Mehrfamilienhaus ein. Im zweiten Stock betraten sie die Wohnung einer Familie, bedrohten die Bewohner mit den Waffen und forderten Bargeld. Der 47-jährige Hausherr reagierte besonnen und machte den Einbrechern überzeugend klar, dass sich in der Wohnung kein Geld befinde und auch zwischenzeitlich die Polizei auf der Anfahrt sei. Ohne Beute verließen die Verbrecher in diesem Fall den Tatort.