Wirtschaftsplanung Rangendinger Wald trotzt dem Stress

Der Rangendinger Gemeindewald bringt Geld in die Kasse.
Der Rangendinger Gemeindewald bringt Geld in die Kasse. © Foto: Archiv
Sabine Hegele 15.11.2017

Nach einem sehr trockenen Winter und einem ebenso trockenen Frühjahr sei der Wald im ersten Halbjahr 2017 einem „hohen Stressfaktor“ ausgesetzt gewesen, informierte Forstdirektor Hermann Schmidt am Montagabend den Rangendinger Gemeinderat. Es habe gar eine „richtige Käferkatastrophe“ gedroht – doch mit dem Sommer kam der Regen. Ein Glück für den Wald.

Überhaupt: Im Moment stehe der Rangendinger Gemeindewald gut da. Auch dank des Umstands, dass junge Bäume wie junge Menschen seien: widerstandsfähiger. Das sei wichtig, denn mit Blick auf den Klimawandel gab sich Forstdirektor Schmidt überzeugt: „Wir müssen mit Wetterextremen rechnen – eigentlich jedes Jahr.“

Umso mehr freute sich der Mann vom Forst, dass sich die Rangendinger Räte in der Formulierung ihrer Wünsche für den Gemeindewald einig sind, sie seinen Erhalt an Nummer eins wissen möchten. Großen Wert legen sie außerdem auf ein gesundes Waldökosystem sowie auf den Erhalt und Schutz der Artenvielfalt. Des Weiteren wollen die Gemeinderäte den Erhalt und eine angemessene Verbesserung der Schutzfunktion bei der Waldbewirtschaftung gewährleistet wissen. Und auch die Sozialfunktion (Beschäftigung und Fortbildung von Waldarbeitern; Angebot von Ausbildungsplätzen für den Beruf des Forstwirts) des Waldes ist dem Gremium wichtig. Weniger Wert wird auf seine Produktions- und Haushaltsfunktion gelegt. Will heißen: Natürlich freut man sich in der Starzelgemeinde, wenn der Wald Gewinne abwirft, doch muss das nicht um jeden Preis sein. Kein Wunder, dass Hermann Schmidt in Rangendingen frei bekannte: „Es macht mir Freude, mit so einem Gremium zu arbeiten.“ Johann Widmaier stellte als Bürgermeister fest, dass es ihm „natürlich weh tut“, wenn der Wirtschaftlichkeit des Waldes von Seiten des Gemeinderats eher wenig Bedeutung beigemessen werde, allerdings könne er damit „sehr gut leben“, zumal der Wald ja ordentliche Überschüsse abwerfe. Ein weiteres Statement gab der Rathauschef in Richtung Hechingen ab, das sein eigenes Forstamt haben möchte: „Bürgernähe haben wir in Rangendingen auch ohne eigenes Forstamt. Wir haben einen Förster vor Ort.“ Sein Dank richtete sich in diesem Zusammenhang an Revierförster Hubert Münch.

Ein paar Zahlen zum Rangendinger Wald

Überschuss Ganz vorsichtig, mit nur 5000 Euro, war der Überschuss zum Ende des Waldwirtschaftsjahres 2017 kalkuliert worden. Tatsächlich steht, der guten Holzerlöse wegen, unterm Strich ein Plus von 75 000 Euro. Vor diesem Hintergrund wird für das nächste Waldwirtschaftsjahr optimistischer gerechnet, nämlich mit einem Überschuss von 44 000 Euro.

Einschlag Der Nutzungsplan fürs Wirtschaftsjahr 2018 sieht den Einschlag von 2900 Erntefestmetern vor – wie schon in den Jahren 2016 und 2017, in denen man am Ende jeweils ein wenig über der Planung lag.

Kulturplan Nachdem sich die Pflanzungen zur Kultivierung des Forstes in diesem Jahr bei 1800 bewegten, sieht die Planung für das kommende Jahr 1400 Neupflanzungen vor.