Die rund 20-köpfige Wanderschar des Heimatvereins, darunter auch Nichtmitglieder, trotzten dem schmuddeligen Wetter und erkundeten das geschichtsträchtige Gebiet auf der Hochburg, wobei es Kulturdenkmäler zu entdecken gab. Die beiden Vorsitzenden Helmut Strobel und Bernhard Gisi leiteten zusammen mit Revierförster Hubert Münch die dreistündige Tour, die von den Kreuzwegstationen beim „Bleicherbuckel“ durchs Espenloch den schnaufigen Weg hinauf zum Funkumsetzer führte – und beim Hochburg-Gedenkstein einen Halt einlegte. Bernhard Gisi hatte eigens den mit Laub bedeckten und abschüssigen Gehweg zum Gedenkstein frei gemacht.

Die Idee, dort ein Denkmal zu errichten, stammt von Jäger Xaver Greß. Maurermeister Anton Dieringer und Zimmermeister Gallus Dieringer hatten in den 60er-Jahren einen zwei Tonnen schweren Quaderstein im Mühlenkanal entdeckt und ihn zu Steinhauermeister Josef Wannenmacher gebracht, der den Schriftzug „Keltenheim und Sax“ einmeißelte. Denn im Jahr 1931 entdeckte man auf der Hochburg keltische Hügelgräber aus der Zeit um 500 vor Christus.

Viele Indizien, so berichtete der Rangendinger Heimatkundler Bernhard Gisi, weisen darauf hin, dass auf der Hochburg, unweit des Funkumsetzers, einmal eine keltische Fliehburg gestanden haben muss. Beim Aufstellen des Denkmals passierte den Männern allerdings ein Missgeschick: Der Stein rutschte den Abhang am Wallgraben hinunter und musste mit einer Seilwinde dorthin befördert werden, wo er heute steht – nämlich an der vordersten Stelle der Burganlage mit herrlichem Blick auf Rangendingen.

Entlang des Weges zwischen Württemberg und Hohenzollern stießen die Heimatkundler immer wieder auf historische Grenzsteine, die die Gemeinden Hirrlingen und Rangendingen voneinander trennen. Lohnenswert war der Abstecher zum Mönchhaus, das sich einst unterhalb der Hohwacht bei den „Acht Buchen“ befand. Zu sehen ist dort auch die Quelle, die einen tief eingeschnittenen Graben bildet, nach etwa 1800 Metern in die Starzel mündet, als „Mönchsgraben“ besser bekannt ist. Der Sage nach soll an der Stelle früher ein Kloster, nach anderer Überlieferung gar eine Burg gestanden haben. Auch von einem Wirtshaus ist in der Rangendinger Heimatgeschichte die Rede. Noch vor über 100 Jahren waren dort Quadersteine aufeinander gemauert, die als Baumaterial ins Dorf gebracht wurden. Um das Jahr 1966 herum haben einige Rangendingen Männer aus einem alten Grabstein für das Mönchhaus ein Denkmal geschaffen, das auf dem etwa vier Ar großen Platz aufgestellt ist. In der Nähe befindet sich die Schutzmantel-Madonnenfigur aus Kunstwachs von Förster Hubert Münch.

Der Revierleiter erzählte, wie früher der Forst auf der Hochburg aussah. Noch bis vor 50 Jahren hätte es in dem Gebiet massenweise kräftige Kiefern und Douglasien gegeben. Durch den damaligen Kahlschlag sei davon heute so gut wie nichts mehr vorhanden, so Münch.

Am Hebammenwäldle vorbei führte die Wanderung zurück zum Heimatmuseum, wo auf die Wanderer eine Gulaschsuppe wartete.