Hechingen / Melanie Steitz Die Vorabreiten für die Auftaktveranstaltung des Projekts „Wir in der Oberstadt Hechingen“ sind getan.

Die Bürger aus den 1700 Haushalten der Hechinger Oberstadt sind schon persönlich angeschrieben worden. Und weitere Anmeldungen für die Auftaktveranstaltung des neuen bürgerschaftlichen Stadtentwicklungsprojekts „Wir in der Oberstadt Hechingen – Lebens- und Freiräume entwickeln“ am 14. Mai sind ausdrücklich erwünscht, denn möglichst viele Bürger – auch aus den Ortsteilen – sollen motiviert werden, sich in die Gestaltung des Viertels mit ihren Ideen einzubringen.

Um dieses große Vorhaben zu realisieren, haben sich die Initiatoren des Projekts, die Stadt Hechingen und der Caritasverband im Dekanat Zollern, Verstärkung an den Tisch geholt. Beim Pressegespräch im Rathaus stellten sich Lisa Weigert, Claudia Stelzig und Martin Link am Mittwoch erstmals persönlich der Öffentlichkeit vor.

Sie werden maßgeblich zum Erfolg des bürgerschaftlichen Projekts, das ein Jahr lang durch das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration mit Landesmitteln im Rahmen des Sonderprogramms „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“ unterstützt wird, beitragen. Dafür hat die Stadt Hechingen extra die Pflege- und Sozialmanagerin Lisa Weigert in Teilzeit eingestellt. Sie begleitet und organisiert das Oberstadt-Entwicklungsprojekt. Lisa Weigert ist seit 16 Jahren im Altenpflegebereich tätig und hat schon zwei Jahre die ambulanten Dienste der Stadt Stuttgart geleitet. Seit acht Jahren lebt sie in Hechingen und will nun die Lücken, die es in der Altenhilfe der Hechinger Oberstadt gibt, schließen.

Unterstützt wird Lisa Weigert von Claudia Stelzig, die bei der Caritas angestellt ist. Stelzig, eine gebürtige Tübingerin, hat auch schon in Norddeutschland und in der Schweiz gelebt. Die Soziologin wird „nicht allein im Kämmerchen“ sitzen, sagt sie selbst, sondern will die verschiedenen Bedürfnisse der Oberstädter aufnehmen und schauen, wie sie die Menschen mit ihren Ideen zusammenbringen kann.

Der Caritasverband hatte genauso wie die Stadt nach der gemeinsam erfolgten Befragung der Hechinger Haushalte eine Förderung beantragt. Dadurch konnte eine 75-Prozent-Stelle für die neue Quartiersmanagerin geschaffen werden. Allerdings ist die Projektlaufzeit wesentlich länger, nämlich drei Jahre, und wird vom Deutschen Hilfswerk übernommen. Die restlichen 25 Prozent bezahlt die Caritas selbst. Stelzig sagt, sie sei bereits sehr herzlich in Hechingen aufgenommen worden, und hat richtig Lust, aus der Oberstadt das zu machen, was sich die Bürger wünschen. Sie sehe da viel Potenzial.

Für den Moderator der Auftaktveranstaltung, Martin Link, ist es ebenfalls ein Heimspiel. Seit 30 Jahren wohnt er im Ortsteil Stetten. Er ist ehemaliger Geschäftsführer der Paritätischen Akademie Süd und des Paritätischen Bildungswerkes Baden-Württemberg. Zu seinem Erfahrungsschatz gehören die unterschiedlichsten Formate von bürgerschaftlichem Engagement, woraus zum Beispiel Initiativen im Bereich Wohnen und Verkehr entstanden sind. Das deckt sich auch mit den Hechinger Themen, die diskutiert wurden und werden: zum Beispiel Mobilität, Barrierefreiheit, Wohnen im Alter, Sozialer Wohnungsbau und Einkaufsmöglichkeiten. Auch junge Menschen sind gefragt. „Das weckt Erwartungen“, resümiert Dorothee Müllges, Erste Beigeordnete der Stadt. Der Auftakt und weitere geplante Veranstaltungen seien nun die Resonanz auf die Umfrage der 1700 Haushalte im vergangenen Jahr.

Elmar Schubert, Geschäftsführer des Caritasverbands für das Dekanat Zollern, ist wichtig, dass sich über das Projekt hinaus die Prozesse festigen. Es sei nicht als Eintagsfliege oder Strohfeuer gedacht. Link unterstreicht: „Wir wollen von den Menschen wissen, was sie bewegt und umtreibt.“ Dabei steht ein sehr dialogischer Ansatz im Fokus. „Die Menschen sollen sehr viel ins Gespräch kommen“, so Martin Link.

„Die Stadt ist im Aufbruch“, sagt Elmar Schubert. Wenn die Quartiersförderung am Obertorplatz aufgeht, nachhaltig ist und für die Zufriedenheit der Bürger sorgt, kann sich Jürgen Rohleder, Gesamtverantwortlicher des Projekts, auch vorstellen, dass die Stadt Hechingen weitere Quartiere in den Blick nimmt. Dorothee Müllges hebt hervor, dass sich Hechingen wegen der Bauprojekte mit der Oberstadt für die Landesförderung beworben hat. Auch der demografische Wandel lasse dort grüßen, und es gebe viele neue Mitbürger. „Damit fangen wir mal an“, sagt sie.

Anmeldungen sind beim Rathaus möglich

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Wir in der Oberstadt Hechingen – Lebens- und Freiräume entwickeln“ findet am Dienstag, 14. Mai, ab 18.30 Uhr in der Stadthalle „Museum“ statt. Anmeldungen sind über die Rückantwort auf den ausliegenden Flyern möglich, sowie beim Rathaus Hechingen, Fachbereich 2, Marktplatz 1, Hechingen. Zusagen können auch per E-Mail an catrin.merk@hechingen.de geschickt werden.