Burg Hohenzollern Prinz Georg verkauft Familiensitz

Burg Hohenzollern / HARDY KROMER 11.07.2013
Vor Jahresfrist hat er die wertvollsten Kronjuwelen versteigern lassen, jetzt will sich Georg Friedrich Prinz von Preußen offenbar vom Familiensitz trennen. Der Wümmehof bei Bremen steht zum Verkauf.

Die Burg Hohenzollern muss unterhalten werden, das Personal bezahlt sein, und die Verwandtschaft hat Anspruch auf Apanagen. Es bestehe durchaus "Bedarf an finanziellen Mitteln", erklärte die Preußische Generalverwaltung vor Jahresfrist, als der Chef des Hauses, Georg Friedrich Prinz von Preußen, sein wertvollstes Kronjuwel, den Beau Sancy, versteigern ließ. 7,5 Millionen Euro spülte der Diamant in die Kasse.

Jetzt steht offenbar der nächste Griff ins Eingemachte bevor. Medienberichten zufolge steht der Landsitz der Preußen, der Wümmehof in Borgfeld bei Bremen, zum Verkauf. Auf bis zu 1,5 Millionen Euro dürfe Georg Friedrich für das Anwesen hoffen. Sein Großvater Louis Ferdinand Prinz von Preußen hatte den 1938 gebauten Wümmehof nach dem Zweiten Weltkrieg gekauft und von 1950 an zusammen mit seiner Frau Kira bewohnt. Am 25. September 1994 ist Louis Ferdinand im 87. Lebensjahr auf dem Wümmehof gestorben.

Georg Friedrich ist im zwölf Kilometer entfernten Fischerhude aufgewachsen, wo er jetzt wieder zusammen mit seiner Frau Sophie und den Zwillingsbuben Carl Friedrich und Louis Ferdinand lebt. Den von ihm hoch verehrten Großvater hat er in seiner Jugend sehr häufig auf dem Wümmehof besucht. Der Landsitz diente der Familie bis zuletzt als Treffpunkt.

Gleichwohl ist die Vermögensverwaltung des Hauses Hohenzollern seit mindestens drei Jahren bestrebt, das sanierungsbedürftige Ensemble samt dem rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstück mit direktem Zugang zum Flüsschen Wümme zu verkaufen. Ein erster Anlauf schlug im Jahr 2010 fehl. Damals lebte noch Louis Ferdinands Sohn, Christian Sigismund Prinz von Preußen, mit seiner Familie auf dem Hof - und beharrte auf sein Wohnrecht.

In der Zwischenzeit hat man sich geeinigt: Christian Sigismund, ein Onkel Georg Friedrichs, ist in den Bremer Stadtteil Oberneuland umgezogen. Der Auszug war die Folge eines Vergleichs, den der bisherige Wümmehof-Bewohner mit der Vermögensverwaltung des Hauses Hohenzollern geschlossen hat.

Und damit scheint der Weg frei zu sein für die endgültige Trennung. "bild.de" und der "Weser-Kurier" haben diese Woche darüber berichtet, dass das Haus Hohenzollern eine Maklerfirma mit der Verwertung des Anwesens beauftragt haben soll. Der Plan: Der Wümmehof soll erhalten bleiben. Zusätzlich sollen auf dem parkähnlichen Grundstück ein bis zwei Familienhäuser enstehen. Die Preußische Generalverwaltung in Berlin wollte diese Medienberichte nicht kommentieren - auch nicht auf Anfrage der Hohenzollerischen Zeitung.

Ein Knackpunkt bei dem Geschäft scheint die Frage des Denkmalschutzes zu sein. Das Bremer Fachamt hat ein Verfahren eingeleitet, weil das Haus und das Grundstück sowohl aus heimatgeschichtlicher als auch aus nationaler Sicht von Bedeutung sei. Schließlich war der Wümmehof der langjährige Wohnsitz des Kaiserenkels. Das Haus Hohenzollern hat freilich Interesse an möglichst wenig Einschränkungen für einen potenziellen Käufer. "Es ist weiter eine Hängepartie", zitiert der "Weser-Kurier" einen Sprecher des Denkmalamts.

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