Burg Hohenzollern Preußen-Prinz bittet Berlin zur Kasse

Auch das Schloss Charlottenburg in Berlin gehörte einst den Hohenzollern.
Auch das Schloss Charlottenburg in Berlin gehörte einst den Hohenzollern.
Burg Hohenzollern / SPA 16.12.2014
Die Hohenzollern verlangen jetzt auch Entschädigung für Grundstücke in Berlin, die nach dem Krieg enteignet worden sind.

Der erste Streit der Hohenzollern um eine Entschädigung in Millionenhöhe für Immobilien in Potsdam und Brandenburg ist noch nicht ausgestanden, da wird schon das nächste Kapitel aufgeschlagen: Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, verlangt Georg Friedrich Prinz von Preußen, das Oberhaupt der Hohenzollern, jetzt auch von Berlin und Sachsen-Anhalt Entschädigungszahlungen für nach dem Zweiten Weltkrieg von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignete Güter bei Magdeburg und Berliner Grundstücke.

Ergiebige Pfründe, gehörten den Hohenzollern in Berlin doch eins die prächtigsten Bauten, wie zum Beispiel das Stadtschloss, das Alte Palais unter den Linden, die Pfaueninsel in der Havel und, als größter Brocken, das Schloss Charlottenburg mit seinem 55 Hektar großen Park. Wie viel Geld die Hohenzollern fordern, ist bisher nicht bekannt.

Um nicht weniger als 1,2 Millionen Euro geht es bei der Entschädigung für enteignete Schlösser, Villen und Ländereien der Hohenzollern in Potsdam und Brandenburg. Den Antrag auf Entschädigung nach dem Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) hat Louis Ferdinand Prinz von Preußen (1907 - 1994) im März 1991 gestellt. Anfang dieses Jahres war das Verfahren dann so gut wie abgeschlossen, der Bescheid schon auf dem Weg vom Landesamt für offene Vermögensfragen beim Landkreis Oder-Spree zum zuständigen Bundesamt, als Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linkspartei) intervenierte: Bevor eine Entscheidung fällt, müsse die Verstrickung der Hohenzollern in die Nazi-Diktatur neu geprüft werden, forderte er. Der einstige Kronprinz Wilhelm soll den Nazis erheblich Vorschub geleistet haben.

Noch ist ungeklärt, wie die vertraulichen Informationen aus einem laufenden EALG-Verfahren an die Öffentlichkeit gelangt sind. Laut Spiegel haben die Hohenzollern inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verdachts des Geheimnisverrats gestellt.

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